Stolzer Papa zeigt‘s

Süß sind sie: Willkommen in der Familie Antonelli

Formel 1
30.04.2026 15:31
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Ein Bussi für den prominenten Bruder, ein heiteres Selfie und offenbar jede Menge gute Laune – Marco Antonelli, Vater von Formel-1-Shooting-Star Kimi, heißt uns willkommen in der himmlischen Familie.

Kimi Antonelli ist derzeit der Mann der Stunde in der Formel 1. Der Mercedes-Pilot aus Italien hat mit seinen Siegen in Shanghai und Suzuka einen Hype entfacht, dem 19-Jährigen gehört die Zukunft der Königsklasse des Motorsports. Die Reise nach Miami trat der jüngste Formel-1-Spitzenreiter mit der ganzen Antonelli-Familie an: Mama, Papa und die Schwester kamen mit. Gemeinsame Fotos wie aus einem Urlaubsflieger inklusive. „Alle zusammen“, schrieb Vater Marco dazu.

Papa hält Kimi am Boden
Als Mama Veronica im TV ihren mittlerweile schon weltberühmten Sohn nach dessen ersten Rennsieg in der Formel 1 weinen sah, kamen auch ihr die Tränen. Schwester Maggie begleitet den italienischen Mercedes-Piloten, der im vergangenen Jahr in Florida zur Sprint-Pole raste, ohnehin immer wieder mal im Fahrerlager. Und Vater Marco, selbst einst Rennfahrer (Tourenwagen und GT) sowie Rennstallbesitzer, ist die wichtigste Vertrauensperson, der Ratgeber schlechthin. Oder wie der Filius mit einem Grinsen betont: „Jemand, der mich bei jeder Gelegenheit auf dem Boden hält.“

  Antonelli ist für sein junges Alter abgezockt, lotet immer die Grenzen aus. „Ich fahre, um zu gewinnen. Ich will Rennen gewinnen und Meisterschaften. Das ist mein Ziel“, sagte Antonelli. Das hat bereits zu einer bemerkenswerten Bestmarke geführt: Mit 19 Jahren WM-Leader – jünger war keiner in mittlerweile über 75 Jahren Formel 1. Kein Wunder, dass Italien schon schwärmt und träumt. „Kimi Antonelli und der Club der acht Legenden: von Senna bis Schumacher – Das frühreife Talent der Auserwählten“, titelte jüngst erst der „Corriere della Sera“.

Der Vergleich mit Senna
Mit seinem Sieg zuletzt in Japan hatte Antonelli die Führung von seinem britischen Mercedes-Teamkollegen George Russell erobert. Bis dahin war Lewis Hamilton, dessen Cockpit Antonelli bei den Silberpfeilen bekommen hatte, der jüngste WM-Spitzenreiter gewesen. 2007 hatte der mittlerweile 41 Jahre alte Ferrari-Pilot den Rekord im Alter von 22 Jahren und 126 Tagen aufgestellt.

  Es sind große Namen, mit denen Antonelli bereits verglichen wird. Das gefällt seinem größten Förderer nicht wirklich. „Natürlich will in Italien jeder über die Weltmeisterschaften sprechen, und es kommen Vergleiche mit Senna auf, was ich nicht gerne lese“, betonte der Wiener Toto Wolff. Der Mercedes-Teamchef schenkte Antonelli damals das Vertrauen und gab ihm das Cockpit von Hamilton. Eine Bürde, die allein schon schwer genug wog. Dass Antonelli aber auch noch Sehnsüchte seiner Heimat mit sich trägt, macht es für ihn nicht leichter.

Die Schule der Formel-1-Stars
Der Jungspund hat schon früh gelernt, mit all dem Druck umzugehen. Antonelli durchlief die Kaderschmiede der Silberpfeile. 2018 ging es los für den damals Zwölfjährigen. Zur Ausbildung gehörte ein Rundumpaket, darunter auch Ernährung, körperliches und mentales Training. Alles in Absprache auch mit den Eltern. „Wenn wir einen Nachwuchsfahrer unter Vertrag nehmen, übernehmen wir eine Verantwortung für sein Leben und seine Karriere. Da lastet mehr Druck auf uns als auf ihm“, sagte Gwen Lagrue, Leiter des Mercedes-Nachwuchsprogramms, einmal.

  Und dann kam 2024 der Anruf vom Chef. „Es geht um dich, Kimi“, sagte Wolff. „Du bist Mercedes-Formel-1-Fahrer im kommenden Jahr. Du fährst gegen die besten Fahrer der Welt.“ Wenn das kein Druck ist. Allerdings ist Wolff der, der genau weiß, wie er mit dem jungen Italiener umgehen muss. Als Antonelli beim Auftakt in Melbourne einen heftigen Crash verursachte, nahm der Österreicher ihn geradezu väterlich in den Arm. Fast den Tränen nahe suchte Antonelli mit Wolff nach Erklärungen und meinte: „Ich war so zuversichtlich.“ Und was entgegnete Wolff? „Bewahre dir diese Zuversicht.“

Und dann ist da noch Antonellis Teamkollege George Russell. Der Brite – einst designierter Kronprinz Hamiltons – will dieses Jahr seine WM-Chance beim Schopfe packen. Doch nun könnte ausgerechnet der größte Rivale aus dem gleichen Rennstall kommen – Konfliktpotenzial ist vorprogrammiert. Vorerst wird abgewiegelt. „Ich glaube, wir sind beide Profis. Wir haben nach wie vor ein sehr gutes Verhältnis und ehrlich gesagt reden wir nicht einmal darüber“, sagte Russell. Ähnlich klingt Antonelli. „Zwischen uns herrscht großer Respekt. Ich glaube, dass unsere Beziehung stark ist und auch den Rest des Jahres stark bleiben wird.“

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