Graz plant Ausbau

1750 Liter pro Sekunde: Trinkwasserbedarf steigt

Steiermark
29.04.2026 19:00

Trinkwasser ist ein Gut, das wir für selbstverständlich nehmen. Doch die Bevölkerung wächst, das Klima ändert sich und Menschen brauchen mehr Wasser. Graz reagiert mit einem Millionenprojekt.

Die steirische Landeshauptstadt wird laut Prognosen bis 2060 auf 385.000 Einwohner anwachsen. Gleichzeitig wird es immer wärmer und die Trockenheit nimmt zu, bedingt durch den Klimawandel. Während das Feuerwehren auf Trab hält – durch Waldbrände wie jenem in Eisbach-Rein –, steigt in der Bevölkerung der Bedarf an Trinkwasser. Derzeit werden in Graz und im Großraum Graz 1080 Liter pro Sekunde benötigt, künftig sollen 1750 Liter pro Sekunde sichergestellt werden.

Ausbau bis 2040 geplant
Dafür wurde im Grazer Gemeinderat nun ein Beschluss für ein großes Investitionspaket gefasst. Mit 22,5 Millionen Euro sollen bis 2030 die Wasserwerke Friesach und Andritz sowie die Brunnenanlage der Zentral-Wasserversorgung Hochschwab-Süd saniert und erweitert werden. Die Errichtung einer Naturfilteranlage in Feldkirchen ist in einem ersten Schritt bereits am Laufen. Graz deckt seinen Wasserbedarf ausschließlich aus Grundwasser. Es kommt aus den drei Wasserwerken und zu 25 Prozent aus dem südlichen Hochschwab.

Auch wenn die Bevölkerung wächst und sich das Klima ändert, darf Wasser keine Ware sein, sondern muss ein verlässliches Grundrecht bleiben.

Manfred Eber

Bis 2040 soll das Projekt „WaRes 2060+“ unter anderem noch eine zweite Transportleitung von Friesach nach Graz bringen, Hochbehälter neu gebaut beziehungsweise das Verteilernetz erweitert werden. Aktuell erstreckt sich dieses auf 1400 Kilometer Länge. Laut Finanzstadtrat Manfred Eber (KPÖ) soll so „die Versorgungssicherheit in den nächsten Jahrzehnten für Grazer und Grazerinnen sowie das Grazer Umland – insbesondere den Süden – gewährleistet werden“.

Wasser, nicht nur für Graz
Schon jetzt beliefert Graz teilweise Umlandgemeinden. Künftig wolle man die Holding Graz „als Drehscheibe für die Wasserversorgung auch für den Süden, Osten und Westen etablieren“, sagt Holding-Boss Gert Heigl. Das „2060+“ im Projektnamen steht übrigens dafür, dass bis 2040 alle Maßnahmen fertig sein sollen, damit die Versorgung bis 2060 und darüber hinaus gegeben ist. Eber: „Wasser darf keine Ware sein, sondern muss ein verlässliches Grundrecht bleiben.“

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