Sie war selbst auf Wanderjahren, lernte ihr Handwerk auf einer der besten Friseurschulen in Deutschland und übernahm dann den Familienbetrieb in St. Veit: Barbara Seidl-Bein ist Unternehmerin mit Herz und Seele.
„Was wäre der Tag der Arbeit ohne Arbeitgeber?“ – so der Slogan der Wirtschaftskammer Kärnten am Tag der Arbeitgeber, der seit bald 15 Jahren am 30. April gefeiert wird. Und eine dieser Arbeitgeberinnen ist Barbara Seidl-Bein. Sie führt seit 2007 einen 195 Quadratmeter großen Friseursalon in der St. Veiter Botengasse und das mit Leidenschaft.
Mitgestalter statt Mitarbeiter
„Mein wichtigstes Gut sind meine Mitarbeiter. Ich bilde Persönlichkeiten aus“, betont sie. Deswegen legt sie besonderen Wert auf sie. Es gibt Teambildungsveranstaltungen, gemeinsame Ausflüge und zahlreiche Weiterbildungen, die die Chefin ihren Mitarbeitern gerne ermöglicht: „Sie sind nicht nur Mitarbeiter, sondern Mitgestalter. Wer Ideen nicht zulässt, hat nur Befehlsempfänger im Geschäft. Das will ich nicht!“ Sieben Mitarbeiterinnen füllen aktuell das Geschäft in St. Veit – einige davon sind schon seit Jahrzehnten im Betrieb.
Eine Besonderheit hat sich die Friseurin vor drei Jahren „getraut“: Ihre Mitarbeiter haben nur eine Vier-Tage-Woche. Seidl-Bein: „Wir waren damals die ersten in Kärnten, die das gemacht haben und ich habe fünf Jahre darüber nachgedacht, ob es klappen wird!“ Geöffnet ist von Dienstag bis Freitag, dann haben alle drei Tage frei. Für Veranstaltungen oder Hochzeiten kann natürlich auch der Samstag gebucht werden. „Es war eine Umstellung und die Resonanz war sehr unterschiedlich, aber es funktioniert für unseren Betrieb sehr gut.“
Um das richtige Team zu halten, bildet Seidl-Bein auch selbst Lehrlinge aus. Mehr als 100 waren es in der Firmengeschichte bereits. „Viele Schulen arbeiten mit uns zusammen. Am wichtigsten ist mir, dass Freude und Motivation zu sehen sind. Mit der Peitsche kann man niemanden motivieren!“
Betrieb mit langer Geschichte
Gegründet wurde der Betrieb 1954 von Seidl-Beins Großeltern, damals noch in Launsdorf. „Mein Großvater starb sehr jung und meine Oma musste sich alleine mit den Betrieb und zwei Kindern durchschlagen“, erzählt Seidl-Bein. Ihr Vater übernahm bereits mit 19 Jahren, nach seiner Lehrzeit in Klagenfurt das Unternehmen. Später war er Sprecher der Friseure in der Wirtschaftskammer: „Gelebt hat er aber immer auch für die Musik!“ Bis heute ist auch ihre Mutter – mittlerweile wieder mit einem eigenen Salon in Velden – aktiv als Friseurin. Selbst hat Seidl-Bein einen 15-jährigen Sohn, der vielleicht auch eines Tages in die Familien-Fußstapfen tritt.
Wirtschaftskammer feiert Arbeitgeber
Mit dem Tag der Arbeitgeber feiert die Standesvertretung die Bedeutung des Unternehmertums. „Weil unternehmerische Leistung oft als selbstverständlich wahrgenommen wird – sie ist es aber nicht. Mehr als 38.000 Betriebe in Kärnten schaffen Arbeitsplätze, bilden aus und tragen unser Sozialsystem. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeigt sich, wie viel Verantwortung Unternehmerinnen und Unternehmer tatsächlich übernehmen. Dafür braucht es Sichtbarkeit und Anerkennung“, betont WK-Präsident Jürgen Mandl. Die Gesellschaft müsse anerkennen, „dass Arbeit und Leistung die Grundlage unseres Wohlstands sind“.
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