Nach Tauchboot-Unglück
Titan-Witwe bekam statt Überresten „nur Schlamm“
Vor knapp drei Jahren implodierte die Tauchkapsel Titan und riss alle fünf Insassen in den Tod, die das Wrack der Titanic aus nächster Nähe sehen wollten. Nun sprach die Witwe und Mutter von zwei Opfern: Sie habe die sterblichen Überreste ihrer Liebsten zwar erhalten, aber in den zwei kleinen Boxen sei „nur Schlamm“ gewesen.
Shahzada und Suleman Dawood wollten sich mit der Exkursion zur Titanic einen Traum erfüllen. Eigentlich sollte Shahzadas Ehefrau Christine in der Tauchkapsel sitzen – aber sie überließ ihren Platz ihrem Sohn, der „unbedingt mitfahren“ wollte. „Ich wollte, dass er diese Erfahrung mit seinem Vater teilen kann“, so die Witwe des Unternehmers, der zu einem der reichsten Männer Pakistans zählte.
Überreste kamen in zwei Boxen, so groß wie Schuhkartons
Gegenüber „Guardian“ erklärte die Trauernde nun, wie sehr sie das Unglück mitgenommen hatte. Erst lange nach der Tragödie hatte sie die sterblichen Überreste ihrer verunglückten Familienmitglieder bekommen. „Wir bekamen die Leichen erst nach neun Monaten. Wobei – mit Leichen meine ich die Überreste, den Schlamm, der übrig geblieben ist. Sie kamen in zwei kleinen Boxen, etwa in der Größe von Schuhkartons“, so Dawood.
Gegenüber „Guardian“ sprach Christine Dawood über ihren Verlust:
Küstenwache barg „großen Haufen“ mit vermischter DNA
Es konnte nicht viel geborgen werden, erklärte die Witwe. Die US-Küstenwache hätte die Überreste aber sorgfältig untersucht. „Es gab einen großen Haufen, den man nicht auseinanderhalten konnte – alles war vermischte DNA. Man fragte mich, ob ich auch einen Teil davon haben möchte. Aber ich habe abgelehnt und nur das genommen, was eindeutig Suleman und Shahzada zugeordnet werden konnte“, erklärt die Witwe.
Sie leide noch immer sehr unter dem Verlust. „Ich habe gelernt, der Trauer Raum zu geben“, so Dawood. Sie habe es allerdings noch nicht geschafft, etwas im Zimmer ihres Sohnes und Arbeitszimmer ihres Mannes zu verändern. Sogar ein Lego-Modell der Titanic würde noch unberührt in der Küche stehen – dieses hatte Suleman stundenlang zusammengebaut. An ganz schweren Tagen gehe sie ins Zimmer ihres Sohnes. „Manchmal liegt die Katze auf seinem Kissen und schläft. Dann setze ich mich aufs Bett und lasse die Trauer zu“, erklärte die Hinterbliebene.
Betreiberfirma handelte fahrlässig
Bei der Expedition der Tauchkasel des Unternehmens Oceangate starben im Juni 2023 fünf Menschen. Darunter der CEO der Firma, Stockton Rush, der britische Unternehmer Hamish Harding sowie der französische Titanic-Experte Paul-Henry Nargeolet. Nach dem Unglück wurden einige Sicherheitslücken bei der Herstellung und Wartung der Tauchkapsel aufgedeckt. Das Unternehmen habe „grundlegende technische Prinzipien“ nicht ausreichend berücksichtigt und Zwischenfälle bei vorherigen Fahrten ignoriert. Das „toxisches Arbeitsumfeld“ in der Firma habe zudem dazu geführt, dass Sicherheitsbedenken nicht geäußert worden seien.










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