Historischer Auftritt

Charles vor US-Kongress: „Brauchen Zusammenhalt“

Außenpolitik
28.04.2026 23:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Es ist ein historischer Moment, der sich am Dienstag in den USA ereignet hat: In seiner Rede vor dem US-Kongress hat König Charles III. die Bedeutung der NATO und der Verteidigung der Ukraine betont und sich damit klar gegen Trumps Idee positioniert, aus der NATO auszutreten.

Seine mit Spannung erwartete Rede nutzte der britische Monarch unter anderem, um mehreren Aussagen von Trump zumindest indirekt zu widersprechen. Dabei wies er auf die Gefahr des Klimawandels hin, den der Republikaner immer wieder praktisch geleugnet hatte.

„Diplomatischer Drahtseilakt“ für Charles
Für Charles gilt der Staatsbesuch als diplomatischer Drahtseilakt: Trump ist zwar großer Fan der britischen Royals, gilt aber als unberechenbar. Insbesondere auf Premierminister Keir Starmer war Trump zuletzt nicht gut zu sprechen. Wegen der aus seiner Sicht fehlenden Unterstützung im Iran-Krieg griff Trump den Premier mehrfach verbal an.

Mehr Militärausgaben: Charles zeigt Entgegenkommen
Charles bemühte sich etwa im Bereich Militärausgaben, die Wogen zu glätten. Das Vereinigte Königreich sei sich den aktuellen Bedrohungen bewusst, so Charles. „Deshalb hat sich unser Land, um für die Zukunft gerüstet zu sein, zur größten nachhaltigen Aufstockung der Verteidigungsausgaben seit dem Kalten Krieg verpflichtet.“

„Brauchen Zusammenhalt“
Der König nutzte die Chance, um zu einer entschlossenen Verteidigung der Ukraine aufzurufen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 habe die NATO ihren Artikel fünf aktiviert – und die Verbündeten hätten zu den USA gestanden. Heute sei „dieselbe unerschütterliche Entschlossenheit erforderlich, um die Ukraine und ihr mutiges Volk zu verteidigen“, sagte er in Richtung des Sprechers des Repräsentantenhauses, Mike Johnson.

Die Royals wurden mit vier F-35-Kampfjets empfangen.
Die Royals wurden mit vier F-35-Kampfjets empfangen.(Bild: AP/Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved)

Trump: „Keine engeren Freunde als die Briten“
Charles und Königin Camilla waren am Montag in Washington empfangen worden. Bereits während der ersten Schritte des britischen Königspaars war zu erahnen, auf welcher Mission sich die Royals befinden. Camilla trug  etwa eine Brosche, die die Flaggen beider Nationen eng miteinander verschlungen zeigt. Charles ist erst der zweite Monarch nach seiner Mutter Queen Elizabeth II., der zum US-Kongress spricht.

Vor der Rede hatte Trump das Königspaar bei einer Militärparade im Garten des Weißen Hauses empfangen. Während vier F-35-Kampfjets über den Himmel zogen, sprach Trump über die außergewöhnliche Allianz beider Länder. „In den Jahrhunderten seit unserer Unabhängigkeit gab es für die Amerikaner keine engeren Freunde als die Briten“, sagte Trump vor dem Weißen Haus. Das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten teilten „dieselbe Wurzel, sprechen dieselbe Sprache, teilen dieselben Werte“, sagte der Republikaner.

Charles vermied das Thema Epstein
Brisant ist Charles‘ Besuch in Washington auch wegen der Causa Jeffrey Epstein: Forderungen nach einem Treffen mit Überlebenden und Angehörigen der Opfer des verstorbenen Multimillionärs hatte der Palast vor dem Besuch zurückgewiesen. Charles‘ jüngerer Bruder, Ex-Prinz Andrew, war viele Jahre mit Epstein befreundet; das Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte ihm vorgeworfen, sie als Minderjährige missbraucht zu haben. Andrew wies das stets zurück. Auch diesen Komplex erwähnte Charles nicht.

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