Mordprozess gestartet

Fabian (8) brutal getötet: War Motiv Heimtücke?

Ausland
28.04.2026 19:49
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Fall schockte ganz Deutschland und darüber hinaus: Unter großem Medienrummel hat am Dienstag der Mordprozess um den achtjährigen Fabian begonnen. Im Oktober 2025 verschwand der Bub spurlos, vier Tage später wurde er tot aufgefunden. Dringend tatverdächtig ist die 30-jährige Ex-Freundin des Vaters. Die Staatsanwaltschaft meint, das Motiv bereits zu kennen.

Sie soll es gewesen sein, die Fabian tot aufgefunden hat – und auch sie ist es, der am Dienstag am Landgericht Rostock der Prozess gemacht wird. Der Fall reiht sich unter jene, die wohl noch lange im Kopf bleiben werden.

Für den Prozess sind 16 Verhandlungstage angesetzt, auch der Vater des getöteten Buben soll als Zeuge aussagen. Im Gerichtssaal des Landgerichts Rostock im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern saß auch die Mutter des Kindes. Sie wirkte wie versteinert und fixierte die Angeklagte mit festem Blick. Angesichts dessen, dass die angeklagte Gina H. mutmaßlich ihr Kind getötet hatte, riss sie sich aber zusammen.

Beziehung wegen Fabian beendet
Laut der Staatsanwaltschaft soll die Tatverdächtige und Ex-Freundin des Vaters die Tat in der Hoffnung begangen haben, die Beziehung mit dem Vater von Fabian zu kitten. Denn wegen Fabian sei es immer wieder zum Streit gekommen. Die Frau war laut Anklageschrift bis zum August 2025 etwa vier Jahre lang mit dem Vater von Fabian, der getrennt von der Mutter lebt, in einer Beziehung – bis der Kontakt plötzlich abbrach. Der Grund: Fabian habe eine körperliche Auseinandersetzung zwischen dem Vater und der Beschuldigten miterlebt. Erst nach der Trennung habe Fabian seinen Vater wieder regelmäßig besucht.

Der Fall um den getöteten Fabian (8) hatte damals für Schlagzeilen gesorgt. Vier Tage lang ...
Der Fall um den getöteten Fabian (8) hatte damals für Schlagzeilen gesorgt. Vier Tage lang suchten damals zahlreiche Einsatzkräfte den Volksschüler.(Bild: Krone KREATIV/APA/dpa/Bernd Wüstneck, Krone KREATIV)

Am Tag vor Fabians Verschwinden am 9. Oktober im Vorjahr macht der Vater seiner Ex-Freundin per Chat klar, dass endgültig Schluss sei. Er wolle den Kontakt mit seinem Sohn nicht gefährden, so die Schilderungen der Anklage.

Daraufhin soll die Tatverdächtige einen Entschluss gefasst haben: Über die Trennung erbost soll sie Fabian von zu Hause abgeholt haben, der wegen Nasenbluten der Schule fernblieb – die Mutter war zur Arbeit gegangen. Wie sie Fabian dazu gebracht haben soll, ins Auto zu steigen, ist bislang unklar. Doch fest steht: Fabian stieg ein.

Verdächtige meldete Fund des toten Buben
Sie soll dann in ein Waldstück gefahren und schließlich an einem Tümpel Halt gemacht haben. Dort soll sie Fabian den Angaben zufolge auf brutalste Weise getötet haben. Danach habe sie noch versucht, Spuren zu verwischen – auch ihr Smartphone habe sie deaktiviert. Erst vier Tage später wurde Fabian gefunden – nämlich von der Angeklagten selbst. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Eltern sagen am Donnerstag aus
Der Anwalt der Verdächtigen sagte am Prozessauftakt, man werde keine Angaben zur Sache machen. Am Donnerstag, dem zweiten Prozesstag, werden die Eltern des getöteten Buben als Zeugen befragt.

Gerade den Vater halten die beiden Verteidiger der Angeklagten für einen zentralen Zeugen. Sie wollen ihn auch zur Beziehung zu der Angeklagten fragen, kündigten sie an. Das Verhältnis scheint auch nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft eine wichtige Rolle zu spielen. Über 60 Zeugen sollen bis zum 2. Juli gehört werden. 

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