Die Jugendkriminalität nimmt quer durch Österreich besorgniserregende Formen an. Die Polizei greift ein – ein 17-Jähriger wurde jetzt festgenommen.
Die Täter werden jünger. Ermittler sehen diesen Trend als globales Phänomen. Immer öfter terrorisieren Jugendbanden ganze Wohnsiedlungen. In Oberwart sind Klagen von Anrainern seit Halloween im vergangenen November zu hören. „Ich traue mich in der Dunkelheit nicht mehr auf die Straße. Ältere Passanten werden bedroht, uns wird Geld abgenommen. Doch niemand kann etwas dagegen tun, alle Täter sind minderjährig“, sagte eine über 70-Jährige.
Freche Bande
Ähnliche beängstigende Erlebnisse schilderten Anrainer in dem Viertel rund um die Untere Hochstraße, den Panoramaweg, die Hügel- und Holundergasse. Die Rede war von einer frechen Jugendbande. Auf ihr Konto gehen unter anderem Einbrüche in leer oder zum Verkauf stehende Häuser, wie jenes von einem ehemaligen Pfarrer.
Kinder mit dem Messer bedroht, Geld gestohlen
Voll im Gang sind seither die Ermittlungen der Polizei. Jetzt konnte einem Serientäter das Handwerk gelegt werden. Der junge Syrer dürfte im Sog der Flüchtlingswelle 2015 nach Österreich gelangt sein. Ohne Eltern verbrachte er die Zeit in burgenländischen Wohngemeinschaften teils für schwer erziehbare Kinder, während sich der Jugendliche auf kriminelle Streifzüge begab. Zu den Tatorten im Raum Oberwart, wo sich sein fast gleichaltriger, kosovarischer Kompagnon umhertrieb, kam der heute 17-Jährige per Linienbus.
Schadenssumme höher als Beute
Kinder wurden auf dem Gehsteig und vor dem Einkaufszentrum EO mit dem Messer bedroht und bestohlen, Einbrüche in Kaffeehäuser, Geschäfte, Bettenlager und die HBLA verübt – meistens war die Schadenssumme höher als der Wert der Beute. Die Café-Bar Little Inn hat der Einbrecher ebenfalls heimgesucht. Mit einem Gesteinsbrocken schlug er das dicke Glas der Eingangstür ein und durchstöberte das Lokal. Die Beute: 300 Euro Wechselgeld, Spirituosen, Zigaretten, zwei Shishas. „Laptop und Tablet im hinteren Bereich unseres Cafés blieben unangetastet“, so die Inhaber, Margarita und Rainer Obojkovits.
Der Schaden: 1200 Euro. 1300 € für ein Provisorium der kaputten Tür und 6500 € für einen neuen Eingang sind von einer Versicherung gedeckt. Vermutet wird, dass der Täter gegen 3 Uhr nachts in die Café-Bar eingebrochen ist. Der Hund der Nachbarin war zu dieser Zeit höchst unruhig. Entdeckt und angezeigt hat sie den Coup allerdings erst zeitig in der Früh. Eindeutige Spuren in einer ganzen Serie von Delikten überführten den 17-jährigen Syrer. Der Verdächtige sitzt in Wiener Neustadt hinter Gittern.
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