Erweitertes Ortsgebiet und neue Namen auf Ortstafeln sorgen für Diskussionen. Zusätzlich gilt in Jennersdorf jetzt ebenso öfter Tempo 50. Während die Stadt von mehr Verkehrssicherheit spricht, vermuten böse Zungen hinter der Aktion billig verdientes Körberlgeld für die Stadtkasse.
„Seit wann heißt das so?“, fragen sich derzeit viele Jennersdorfer. Dort, wo gestern noch keine standen, sind in Teilen des Gemeindegebietes plötzlich neue Ortstafeln „gewachsen“. Mit Namen, die selbst alteingesessenen Bewohnern bisher kaum ein Begriff waren – etwa „Jennersdorf-Bergen“. Die Tafeln stehen allerdings nicht zufällig an neuen Stellen. In drei Bereichen wurde das Ortsgebiet ausgeweitet und somit die bestehenden Ortstafeln versetzt. Damit fallen auch jene Strecken, die bisher außerhalb lagen, nun ins Ortsgebiet. Die Folge: Statt 70 oder 100 gilt hier jetzt Tempo 50.
Gerade in den betroffenen Bereichen haben sich viele Menschen beschwert, dass dort deutlich zu schnell gefahren wird.
Reinhard Deutsch, Bürgermeister in Jennersdorf (JES)
Auslöser waren unter anderem Beschwerden aus der Bevölkerung. „Viele Anrainer haben sich über zu hohe Geschwindigkeiten beklagt“, sagt Stadtchef Reinhard Deutsch (Liste JES).
Gleichzeitig seien in den vergangenen Jahren zahlreiche Siedlungen außerhalb der bisherigen Ortstafeln entstanden. Die bestehenden Grenzen passten daher oft nicht mehr zur tatsächlichen Bebauung. „Es war in diesen Fällen einfacher, das Ortsgebiet zu erweitern, als zusätzliche Tempobeschränkungen aufzustellen“, erklärt Deutsch. Wie das konkret aussieht, zeigt das Beispiel Jennersdorf Bergen.
Zwei Mal dieselbe Ortstafel wäre rechtlich nicht korrekt gewesen
Die bestehende Ortstafel ließ sich dort nicht einfach versetzen, weil damit die Katastralgrenze überschritten worden wäre. Eine zweite gleichlautende Ortstafel wäre rechtlich unzulässig gewesen. Die Lösung war eine Unterbezeichnung – ein neuer Name für einen bestehenden Bereich.
Weniger Verkehrsschilder, mehr Sicherheit
Verkehrsstadtrat Helmut Kropf (Liste JES) betont die Wirkung der Maßnahme: „Es ist jetzt übersichtlicher, verständlicher und verkehrssicherer für die Leute, weil im gesamten Stadtgebiet Tempo 50 gilt.“ Gleichzeitig wurden zahlreiche bisherige Beschränkungsschilder entfernt.
Grundlage der Maßnahme sei eine rechtsgültige Verordnung der Behörde, die in den vergangenen Tagen in Kraft getreten ist.
Böse Zungen vermuten „Abzocke“ der Stadt
Mit einem Augenzwinkern wird in der Stadt dennoch diskutiert. Böse Zungen behaupten, dass sich auf diesem Weg auch Geschwindigkeitsbeschränkungen umsetzen lassen, die sonst schwerer durchzusetzen wären und die Stadt damit „billig verdientes Körberlgeld mache“. Kontrollen seien in Jennersdorf seit Jahren keine Seltenheit, auch zu verkehrsintensiven Zeiten oder abseits klassischer Stoßzeiten.
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