In der Euregio

Für Arbeitsmarkt ohne Grenzen Jobbörsen vernetzt

Tirol
28.04.2026 08:00

Neue Wege geht die Europaregion Tirol, Südtirol und Trentino in Sachen Arbeitsmarkt. Im Zuge eines Festaktes wurde am Montag im Landhaus in Innsbruck das Projekt „Euregio-Jobbörse“ gestartet. Eines gleich vorweg: Um eine neue Jobbörse handelt es sich dabei nicht.

Vielmehr wurden die drei Plattformen „alle Jobs“ des Arbeitsmarktservice Österreich, die „eJobBörse“ des Landes Südtirol sowie die „Trentino Lavoro“ technisch miteinander vernetzt.

Dadurch haben die Bürgerinnen und Bürger der Euregio die Möglichkeit, grenzübergreifend nach offenen Stellen zu suchen. Unternehmen wiederum können ihre Jobangebote einer größeren Zahl an Suchenden schmackhaft machen.

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Die Euregio wird zu einem echten gemeinsamen Arbeitsmarkt.

AMS-Vorstand Johannes Kopf

Kein Mehraufwand für die Betriebe
Und so funktioniert es: Sowohl Arbeitssuchende als auch Arbeitgeber steigen in das Portal ihres jeweiligen Landes ein. Die Suche nach einem grenzüberschreitenden Job gestaltet sich dahingehend einfacher, als dass beispielsweise Nutzer auf der Südtiroler Jobbörse entweder den gewünschten Arbeitsort als Gemeinde oder als Bezirk eingeben. Dank der einheitlichen Suchfunktion werden automatisch auch Stellenangebote im jeweils anderen Landesteil angezeigt.

Für die Betriebe gibt es keinerlei Mehraufwand. Wer ein Jobangebot schaltet, wird automatisch auch für die grenzüberschreitende Suche freigeschaltet.

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Die Euregio-Jobbörse ist ein wichtiger Schritt, um Austausch und Zusammenarbeit im Arbeitsmarkt der Länder Tirol, Südtirol und Trentino weiter zu stärken.

Tirols LH Anton Mattle

„Auch im Arbeitsmarkt die Grenzen überwinden“
Initiiert wurde das Projekt während seiner Euregio-Präsidentschaft von Südtirols LH Arno Kompatscher. „Mein Ziel war es, auch im Arbeitsmarkt die Grenzen zu überwinden. Der Arbeitsmarkt wird immer komplexer und schwieriger. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, braucht es auch die Migration.“ Er ist überzeugt, dass damit die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft in der Euregio klar gestärkt wird.

Dem pflichtet auch Tirols LH Anton Mattle (ÖVP) bei. Und er ergänzt: „Die Euregio-Jobbörse ist ein wichtiger Schritt, um Austausch und Zusammenarbeit im Arbeitsmarkt weiter zu stärken. Mit dem Projekt setzen wir einen weiteren Schritt, damit die Grenze zwischen Tirol, Südtirol und dem Trentino in den Köpfen der Menschen immer weniger eine Rolle spielt.“

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Mit der Euregio-Jobbörse wird ein gemeinsamer Arbeitsmarkt für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen der Euregio konkret erlebbar.

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher

8000 Stellenangebote aus Tirol für die Nachbarn
Laut AMS-Vorstand Johannes Kopf „zählt die Plattform ,alle jobs’ jährlich zehn Millionen Besucher. Wir öffnen unsere App jetzt auch für Stellenangebote aus Südtirol und Trentino und stellen unsere 8000 Stellenangebote aus Tirol unseren Nachbarn zur Verfügung. Die Euregio wird so zu einem echten gemeinsamen Arbeitsmarkt“.

Tirols AMS-Chefin
„Bietet auch die Chance für gemeinsame Initiativen“

Tirols AMS-Chefin Sabine Platzer-Werlberger spricht mit der „Krone“ über die Vorteile der Euregio-Jobbörse.

„Krone“: Welche Vorteile sehen Sie durch die Euregio-Jobbörse generell?
Sabine Platzer-Werlberger: Der Arbeitskräfte- und Fachkräftebedarf verbindet alle drei Regionen. Es ist allerhöchste Zeit, dass es einen modernen, digital begleiteten Ausgleich gibt. Das Pendeln über die Landesgrenze hat es immer schon gegeben. Früher sind arbeitslose Lehrer und Lehrerinnen aus Innsbruck nach Sterzing gependelt. Arbeitskräfte können über der Grenze auch Sprachkompetenzen sammeln. Das bekommt jetzt alles eine sehr gute neue Dynamik.

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Wenn die Angebote und der Bedarf am Arbeitsmarkt sichtbarer sind, kann man das dann auch statistisch noch besser auswerten.

Sabine Platzer-Werlberger

Welche Vorteile sehen Sie insbesondere für die Unternehmen?
Sie können den Bedarf, den sie haben, ganz klar sichtbar machen. Da es zwischen Nord- und Südtirol bei den Löhnen doch auch Unterschiede gibt, entsteht auch eine gewisse Form von Konkurrenz, die ich aber als eine Belebung einordnen würde. Unternehmen können gezielt ihre Vorteile und Angebote sichtbar machen. Es entsteht dadurch auch viel mehr Transparenz.

Und welche sehen Sie für die Arbeitssuchenden?
Wenn ich in Sillian wohne, war es bisher per Knopfdruck nicht so einfach zu sehen, was es in Brixen gibt. Diese Jobbörse erhöht die Chancen für die Jobsuchenden, weil das breite Angebot sichtbarer wird.

Welche Auswirkungen wird die Jobbörse auf die Arbeitslosenquote in Tirol haben?
Ganz sicher keine negativen. Ich glaube jedoch nicht, dass es eine großartige messbare Auswirkung haben wird. Aber ein anderer Punkt, der noch nicht angesprochen wurde: Wenn die Angebote und der Bedarf am Arbeitsmarkt sichtbarer sind, kann man das auch statistisch besser auswerten. Und man kann gemeinsam arbeitsmarktpolitische Initiativen für die Qualifizierung starten. Ich sehe viele Möglichkeiten für gemeinsame Ausbildungen.

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