Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache rechnet im Zeugenstand in Wien mit seinem ehemaligen Geschäftspartner Danny K. ab. Zwar war er nach einem Mittagessen von dem vermeintlich erfolgreichen Investor überzeugt, ausbleibende Zahlungsflüsse und schließlich ein gefälschter Kontoauszug kamen ihm aber spanisch vor. Strache spricht im Landl von 2,14 Mio. Euro Schaden.
Der schillernde Hochstapler Danny K. täuschte wohl Dutzende Leute – darunter Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Der rechnet als Zeuge im Prozess gegen den angeklagten Betrüger nun mit seinem ehemaligen Geschäftspartner ab.
Zwei Zahntechniker unter sich
Man lernte sich beim Mittagessen in einem Wiener Luxushotel kennen: „Er hat einen ziemlichen Charme gehabt. Er war freundlich, nett und hat auch ein ziemliches fachliches Wissen gehabt“, erinnert sich Strache im Landl. „Er hat auch gesagt, er hat Zahntechniker gelernt.“ Das sei eine Gemeinsamkeit gewesen.
Deswegen ging er mit dem 43-Jährigen eine Vereinbarung ein. „Er wollte Bauträger kennenlernen. Es war das Thema, dass er interessante Projekte sucht.“ Zum Investieren – der Ex-Politiker sollte gegen ein Honorar vermitteln. Sogar eine große Veranstaltung mit Medienpräsenz und hochkarätiger Gästeliste organisierte Strache für Danny K.
Gefälschte Kontoauszüge ließen alles auffliegen
Doch die Blase platzte schnell. „Hat er tatsächlich Immobilienprojekte finanziert in Österreich?“, will Frau Rat wissen. „Mir ist kein einziges bekannt“, sagt Strache. „Wenn Zahlungen schlagend wurden oder die Zeit drängte, kamen dann ausreden. Dann ist er aggressiv geworden. Ich habe das persönlich erlebt.“
2,14 Mio. Euro Schaden
Als ihm schließlich ein offensichtlich gefälschter Kontoauszug vorgelegt wurde, erstattete er zusammen mit anderen Geschädigten Anzeige. Strafrechtlich ist er kein Opfer, zivilrechtlich belaufe sich sein Schaden aber auf 2,14 Millionen Euro. Das sei größtenteils Aufwandsentschädigung für die Arbeit, die Strache für Danny K. geleistet hatte.
Angeklagt ist der Niederländer wegen Betrugs in Millionenhöhe. Danny K. trat als wohlhabender Investor auf, umgab sich mit einflussreichen Größen – dahintersteckte laut Staatsanwaltschaft aber nichts. 40 Betrugsfakten tauchten im Laufe des Ermittlungsverfahrens auf – die Zeugen sitzen in diversen Ländern. Dazu kommen noch fast zwei Dutzend Dokumentenfälschungen zum Nachweis von den vermeintlichen Millionen auf seinen Konten. Dass diese Unterlagen nicht echt sind, gibt der 43-Jährige auch zu.
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