Zwischen der Hisbollah im Libanon und Israel gilt noch etwa zwei Wochen lang eine Waffenruhe. Faktisch kommt es aber fast täglich zu Angriffen beider Seiten. Die Hisbollah-Miliz hat nun mitgeteilt, direkte Verhandlungen mit Israel abzulehnen.
Man werde weiter „defensiven Widerstand“ gegen Angriffe Israels leisten, sagte Generalsekretär Naim Qassem am Montag. Die Miliz werde ihre Waffen auch nicht abgeben, da diese nötig seien, um sich gegen Israel zu verteidigen. Israel und dem Verbündeten USA sei es nicht gelungen, die Hisbollah zu zerstören. Die israelischen Streitkräfte, die seit eineinhalb Jahren auch mit Bodentruppen im Südlibanon im Einsatz sind, seien in einer „Sackgasse“, sagte Qassem weiter.
Die Waffenruhe hatte US-Präsident Donald Trump nach Gesprächen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun Mitte April angekündigt. Die Hisbollah war an diesen Gesprächen nicht beteiligt, hat aber signalisiert, sich an die Feuerpause zu halten, wenn Israels Militär die Angriffe ebenfalls aussetzt. Sie soll wegen ihres großen Einflusses über den Stand der Gespräche informiert worden sein.
In den Verhandlungen kommt dem libanesischen Parlamentspräsidenten und Hisbollah-Verbündeten Nabih Berri eine zentrale Rolle zu. Dieser trieb die US-Initiative zu einer Waffenruhe entschieden voran und diente erneut als Brücke zwischen der Regierung in Beirut, der Hisbollah und Washington.
Bei den jüngsten Angriffen am Wochenende seien im südlichen Libanon 14 Menschen getötet und 37 weitere verletzt worden, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Laut Israel kam ein eigener Soldat ums Leben. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte die Armee am Samstagabend angewiesen, Ziele der Hisbollah „intensiv“ anzugreifen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der südlichen Gebiete nahe der gemeinsamen Grenze wurden gewarnt, nicht in ihre Häuser zurückzukehren. Seit Beginn des Iran-Kriegs wurden im Libanon nach offiziellen Angaben etwa 2500 Menschen getötet und 7700 verletzt, darunter viele Zivilpersonen.
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