Die grüne Basis hat entschieden: Gebi Mair wird bei der Tiroler Landtagswahl im Jahr 2027 Spitzenkandidat und gleichzeitig Landessprecher. 63 Prozent der rund 460 wahlberechtigten Mitglieder stimmten für den amtierenden Landessprecher und Klubobmann, 37 Prozent für Ex-Nationalrat Hermann Weratschnig.
Nach einer Online-Abstimmung wurde das Ergebnis am Samstag bei der 56. Landesversammlung unter Anwesenheit von 90 Parteimitgliedern in Schwaz verkündet. Die Wahlbeteiligung lag bei 73 Prozent. Im Vorfeld hatten die Kandidaten in einer kurzen Rede die Möglichkeit gehabt, sich zu präsentieren. Öffentliche Stellungnahmen waren im Vorfeld nämlich ausgeblieben, nur bei internen Veranstaltungen konnten sich die grünen Mitglieder ein Bild von Mair und Weratschnig machen.
Klubobmann Mair appellierte unabhängig vom Wahlergebnis an den Zusammenhalt der „grünen Familie“. Als Weratschnig seine Kandidatur verkündet hatte, habe er „ein bisschen damit gehadert“ und sich gefragt: „Muss das jetzt echt sein.“ Doch Demokratie soll man „leben und spüren“, und Mair bedankte sich bei Weratschnig, dass er „diese Wahl ermöglicht“ hat.
Weratschnig wiederum versuchte, die grünen Mitglieder mit „Bodenständigkeit“ von sich zu überzeugen. „Wir müssen im Alltag der Menschen vorhanden sein“ und „in der Mitte der Gesellschaft stärker“. Der ehemalige Nationalratsabgeordnete wollte die Grünen als „wählbare Alternative für Schwarz/Blau“ positionieren. „Es geht nicht darum zu dämonisieren, sondern sich selbst zu positionieren“, meinte er in seiner Heimatstadt Schwaz.
Zadić: Tiroler Landtagswahl „extrem wichtig“
Die stellvertretende Bundessprecherin und Ex-Justizministerin Alma Zadić war als Vertreterin der Bundespartei angereist. Die Landtagswahlen in Tirol und Oberösterreich im Jahr 2027 bezeichnete sie als „extrem wichtig für Österreich und uns Grüne“. Als Grund nannte sie das Erstarken von rechten Parteien, FPÖ-Chef Herbert Kickl sitze schließlich „siegessicher im Parlament“. Die Grünen seien „die einzigen, die sich gegen die FPÖ stellen“.
In der aktuellen ÖVP/SPÖ/NEOS-Bundesregierung spüre man zudem, „dass die Grünen fehlen“. „Man zwingt uns wieder zurück in die fossile Abhängigkeit“, meinte sie. Man habe außerdem das Gefühl, dass die ÖVP in einer „Alleinregierung“ sei, von SPÖ und NEOS spüre man wenig: „Bei den Ärmsten und in der Mitte wird gekürzt“.
Spitzenkandidat und Landessprecher in einem
Erstmals kam bei der Landesversammlung eine im Vorjahr beschlossene Statutenänderung zur Anwendung: Der Spitzenkandidat wird gleichzeitig Landessprecher sein. Die nächste Landessprecherwahl findet dann planmäßig in drei Jahren statt, wobei nicht zwingend erneut ein Spitzenkandidat gewählt werden muss.
Bei der Wahl zur Spitzenkandidatur im Jahr 2022 war noch ein Duo gewählt worden. Mair trat damals mit Wohlfahrtstätter gegen die damalige Soziallandesrätin Gabriele Fischer und den Landtagsabgeordneten Georg Kaltschmid an und erreichte 56 Prozent. Bei der Landtagswahl selbst verlor man schließlich 1,47 Prozentpunkte und fuhr ein Ergebnis von 9,20 Prozent ein. Dies bedeutete gleichzeitig den Wechsel von der Regierungs- auf die Oppositionsbank. Zuvor hatten die Grünen neun Jahre lang mit der ÖVP regiert.
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