George Russell will heute die Siegesserie seines Stallkollegen Kimi Antonelli brechen. Toto Wolff weiß, wo der Brite zuletzt falsch abgebogen ist ...
Zuletzt war er der coolste Mann der gesamten Formel 1, gestern zeigte Kimi Antonelli in Barcelona Nerven. Der WM-Leader startet heute (15, live auf ORF 1) zum ersten Mal in dieser Saison nur aus der zweiten Reihe, ließ sich im Qualifying gestern von seinem Teamkollegen George Russell die Poleposition wegschnappen und von Altmeister Lewis Hamilton sogar noch auf Rang drei verweisen. Keine guten Voraussetzungen für die Fortsetzung seiner schon fünf Rennen andauernden Erfolgsserie: Auf dem Circuit de Catalunya kam der GP-Sieger in 35 Rennen bisher nur dreimal (!) nicht aus der ersten Startreihe. Nur Michael Schumacher 1996, Fernando Alonso 2013 und Max Verstappen 2016 gelang dieses Kunststück.
WM-Leader zeigte Emotion
„Es war ein schwieriges Wochenende. Mir hat auch heute ein bisschen das Tempo gefehlt. Wir haben noch viel zu arbeiten für den Renn-Sonntag“, gestand der Italiener. Im dritten Training hatte er seinem Frust über Funk Luft gemacht, sich über den langsam fahrenden Konkurrenten Lance Stroll beschwert, danach sein Team hektisch gefragt: „Warum haben wir immer Verkehr?“
Deutlich besser verlief das Wochenende bislang für George Russell, der seine dritte Poleposition der laufenden Saison und die 150. insgesamt für das Mercedes-Team holte. „Das Glück war heuer nicht immer auf unserer Seite, aber hier fühlt sich bislang alles besser an“, gab der Brite zu Protokoll. Warum es für Russell zuletzt gar nicht nach Plan lief, ließ Teamchef Toto Wolff schon am Freitagnachmittag durchblicken, als er in einer Pressekonferenz erklärte: „In Miami lief es bei Kimi sehr gut und George hatte das Gefühl, dass er das Auto mehr in Richtung von Kimi abstimmen musste. Das hat ihn in die Irre geführt. Er musste seinen Fahrstil umstellen, konnte das aber nicht in gute Rundenzeiten ummünzen“, sagte der Mercedes-Boss. Nun habe Russell aber wieder seinen eigenen Weg bei der Fahrzeug-Abstimmung gefunden. Was sich in Barcelona mit zwei Trainingsbestzeiten und Rang eins im Qualifying bemerkbar machte.
Überraschung von Ferrari
Zum Spielverderber einer weiteren Party der Silberpfeile könnte heute ausgerechnet Barcelona-Rekordsieger Lewis Hamilton (sechs Siege) werden. „Wir hatten mit McLaren gerechnet, aber er hat uns überrascht“, gab Russell zu und gratulierte seinem Landsmann, der sich wiederum bei Ferrari bedankte: „Das zeigt, wie hart wir gearbeitet haben.“ Teamkollege Charles Leclerc machte die harte Arbeit für sich zunichte, versenkte seinen Boliden in Q3 in einem Reifenstapel.
Für heute erwartet Pirelli eine Reifenschlacht. Bereits in den Trainings hat man festgestellt, dass „alle Reifenmischungen einen hohen thermischen Verschleiß aufweisen“. Der Asphalt in Barcelona zählt zu den „Reifenfressern“, wies gestern bis zu 50 Grad auf. Pirelli prognostiziert ein Rennen mit mindestens zwei Boxenstopps pro Fahrer. Da gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren.
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