Starkes Ausrufezeichen

Neuer Weg im Drogenkampf für Minderjährige

Tirol
25.04.2026 07:00

Eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung für suchtgefährdete bzw. konsumierende Unter-14-Jährige wird noch heuer erstmals in Tirol realisiert. Nun sind weitere Details bekannt – etwa hat ZESA, Zentrum für Soziale Arbeit in Tirol und Vorarlberg, den Zuschlag erhalten. Doch das ist noch nicht alles … 

Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen: Immer wieder konsumieren Minderjährige in Tirol diverse Drogen. Die Palette reicht von Joints über Tabletten wie Benzodiazepine bis hin zu Kokain, Heroin und Co. In einigen Fällen schaffen es die jungen Betroffenen nicht, aus der Drogenspirale zu entkommen und sterben an einer Überdosis. Die „Krone“ zeigt seit sechs Jahren derartige Schicksale auf.

Die Tiroler Landesregierung setzt – wie berichtet – nun ein deutliches Zeichen: Innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe wird erstmals eine gesamtheitliche Leistung inklusive hohem Ausmaß an Betreuung für suchtgefährdete bzw. konsumierende Unter-14-Jährige in Tirol geschaffen. Zwei Einrichtungen möchten dieses Angebot umsetzen: ZESA – Zentrum für Soziale Arbeit in Tirol und Vorarlberg – sowie das SOS-Kinderdorf.

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Mit diesem Angebot, das es so zum ersten Mal in Tirol geben wird, schließen wir ganz klar eine Versorgungslücke.

LR Eva Pawlata (SPÖ)

Ziel ist es, Versorgung von Kindern sicherzustellen
Nun sind viele weitere Details bekannt. Konkret handelt es sich um die Schaffung von insgesamt drei spezialisierten Betreuungsplätzen für Minderjährige. Das klare Ziel ist, die Versorgung von Kindern und Jugendlichen in hochkomplexen Lebenslagen sicherzustellen, die häufig von massivem Substanzkonsum sowie selbst- und fremdgefährdendem Verhalten in Zusammenhang mit psychiatrischen Erkrankungen geprägt sind.

Das Angebot geht über bestehende sozialpädagogische Strukturen hinaus und setzt auf eine intensivpädagogische und sozialpsychiatrische Betreuung in enger multidisziplinärer Zusammenarbeit. Für die Umsetzung sind rund 800.000 Euro vorgesehen. Der Leistungsvertrag wird mit dem Träger ZESA abgeschlossen.

„Mit diesem Angebot schließen wir ganz klar eine Versorgungslücke“, bestätigt die zuständige LR Eva Pawlata (SPÖ) gegenüber der „Krone“ dieses Vorhaben.

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Um die Akzeptanz zu erhöhen, werden wir die ersten Betreuungen in Innsbruck ansiedeln. Wir schauen hin und übernehmen Verantwortung.

Marco Uhl, Geschäftsführer von ZESA

„Dadurch soll Bruch mit hochriskantem Umfeld ermöglicht werden“
Und Zesa-GF Marco Uhl präzisiert: „Wir bieten Stabilität durch einen sicheren Wohnplatz, engmaschige Betreuung, adäquate Tagesstruktur und verlässliche, tragfähige, professionelle Beziehungsangebote. Wir sehen die positive Wirkung, wenn die Betroffenen ernst genommen und in ihrer Lebenswelt abgeholt werden. Dadurch soll ein Bruch mit dem hochriskanten Umfeld ermöglicht werden“. Das Suchtverhalten werde die erste Phase der Betreuung dominieren, daher sei das zu akzeptieren, um folglich alternative Verhaltensweisen zu erlernen.

„Unser primäres Ziel ist, Überleben zu sichern, Akutsituationen zu begleiten und weiteren Schaden zu vermeiden“, sagt Uhl. Langfristig soll ein Behandlungsplan ausgearbeitet werden. „Die Minderjährigen bleiben bei uns so kurz wie möglich und lange wie notwendig.“

Zusätzliche Personalstunden, sicherer Spritzentausch
Doch dem noch nicht genug: Neben der Schaffung eines Unterstützungsangebotes im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe wird laut LR Pawlata das Angebot im Bereich der Prävention und Beratung gemäß den Empfehlungen der Expertinnen und Experten weiter ausgebaut. Zuletzt wurden zusätzliche Personalstunden in der Mobilen Drogenarbeit des Z6 bewilligt.

Außerdem wurde ein Projekt in Zusammenhang mit einem sicheren Spritzentausch für konsumierende Jugendliche in Zusammenarbeit mit den Ressorts Gesundheit, Kinder- und Jugendhilfe sowie der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) ins Leben gerufen. Für beide Maßnahmen werden bis zu 140.000 Euro bereitgestellt.

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