Für Unter-14-Jährige

Kritik der Tiroler FPÖ an „freiwilligem Angebot“

Tirol
29.03.2026 19:00

Eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung für drogenabhängige Unter-14-Jährige wird zum ersten Mal in Tirol realisiert – und zwar noch in diesem Jahr. Die FPÖ befürwortet diesen Schritt prinzipiell, hegt aber auch Zweifel daran.

Konkret handelt es sich um eine gesamtheitliche Leistung – inklusive Wohnen samt hohem Ausmaß an Betreuung. Zwei Einrichtungen haben bereits ihr Interesse offiziell kundgetan, dieses Angebot umzusetzen – und zwar ZESA – Zentrum für Soziale Arbeit in Tirol und Vorarlberg sowie das SOS-Kinderdorf. „Sehr zeitnahr“ soll seitens LR Eva Pawlata (SPÖ) eine Vorab-Entscheidung getroffen werden, danach benötigt es einen kollegialen Beschluss der Landesregierung. Die „Tiroler Krone“ berichtete ausführlich darüber.

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Ich bin immer noch davon überzeugt, dass es eine Herabsetzung der Strafmündigkeit braucht – nach dem Schweizer Vorbild.

FP-Landesparteichef Markus Abwerzger

Prinzipiell „der richtige Weg“
Eine erste Reaktion auf dieses Vorhaben gibt es von FP-Landesparteichef Markus Abwerzger. „Eigentlich hätte ich mir gedacht, dass jene Angebote, wie nunmehr von LR Pawlata vorgeschlagen wurden, bereits in Tirol umgesetzt sind. Solche Wohngruppen sollte es in meinen Augen schon längst geben“, betont er gegenüber der „Tiroler Krone“. Prinzipiell sei ein derartiges Angebot „sehr zu befürworten“ und auch „der richtige Weg für problembehaftete Kinder mit Suchtgifterfahrung“.

„Therapiemöglichkeiten – auch gegen deren Willen“
„Allerdings befürchte ich, dass dieses ,freiwillige Angebot’ von den meisten Kindern und Jugendlichen nicht angenommen wird“, betont Abwerzger, „ich bin immer noch davon überzeugt, dass es eine Herabsetzung der Strafmündigkeit benötigt – nach Schweizer Vorbild -, um auch frühzeitig auf problembehaftete Kinder und Jugendliche zugreifen zu können. Damit meine ich ausdrücklich keine Haftstrafen, sondern Therapiemöglichkeiten – auch gegen deren Willen“.

Es handle sich oftmals um Kinder beginnend mit zwölf Jahren. „Leider“ seien auch viele Mädchen darunter. „Diese Kinder sind mitten in der Pubertät, dazu noch frühsexualisiert – einige von ihnen prostituieren sich für Suchtmittel – und stark drogenabhängig. Hier eine freiwillige Bereitschaft dieser Kinder und Jugendlichen zu erreichen, wird in den meisten Fällen nicht möglich sein“, ist Tirols FP-Chef überzeugt.

„Sie müssen aus Umfeld herausgenommen werden“
Wichtig sei jedenfalls, dass die betroffenen Kinder und Jugendlichen aus ihrem gewohnten Umfeld herausgenommen werden. „Und das kann mit einer längerfristigen Therapiemöglichkeit erreicht werden“, schildert Abwerzger.

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