Sogar Haus verkauft

Liebesschwindel-Opfer für Geldwäscherin gehalten

Tirol
24.04.2026 11:03

Immer wieder überwies eine 57-Jährige aus dem Tiroler Bezirk Kufstein Geld ins Ausland – richtig viel Geld! Da es in die Hunderttausende ging, geriet die Frau ins Visier der polizeilichen Sondereinheit Sozialleistungsbetrug, wegen Verdachts der Geldwäsche. Doch umfangreiche Ermittlungen brachten andere Details zutage. Die Frau war keine Täterin, sondern Opfer – von dreisten Liebesschwindlern ...

Liebe macht bekanntlich oft blind – immer wieder nutzen dies skrupellose Internetbetrüger aus. Und immer wieder schaffen sie es, ihren Opfern mit Lügenmärchen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Der aktuelle Fall in Tirol, der sich über Jahre erstreckte und jetzt aufflog, ist aber besonders krass.

Ermittlungen wegen Geldwäsche-Verdachts
Was war passiert? Bereits vor zwei Jahren sei gegen die heute 57-jährige Frau aus dem Bezirk Kufstein aufgrund auffälliger Geldüberweisungen in Höhe von mehreren hunderttausend Euro an verschiedene Drittkonten wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt worden. Ende 2025 geriet die Frau dann erneut ins Visier der Polizei, nachdem weitere Überweisungen in Höhe von über 170.000 Euro auf Konten im In- und Ausland getätigt worden waren.

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Nach monatelangen Ermittlungen stellte sich schließlich heraus, dass diese Frau nicht Verdächtige, sondern Opfer eines Trickbetruges geworden ist.

Ermittler von der Polizei

Doch der erste Verdacht sollte sich nicht bestätigen. „Nach monatelangen Ermittlungen durch die Taskforce Sozialleistungsbetrug stellte sich schließlich heraus, dass diese Frau nicht Verdächtige, sondern Opfer eines Trickbetruges geworden ist“, berichtete die Tiroler Polizei am Freitag.

Die 57-Jährige wurde über Jahre hinweg von Liebesschwindlern regelrecht ausgenommen! „Im Zeitraum von 2021 bis 2026 überwies sie regelmäßig Geldbeträge an Internetbekanntschaften, die sie über eine Dating-Plattform auf Facebook kennengelernt hatte“, schilderten die Ermittler.

US-Soldat und bekannter Schauspieler
Ein vermeintlicher Liebhaber hat sich als US-Soldat ausgegeben, der in Afghanistan stationiert sei. Ein anderer als Schauspieler einer bekannten US-Krimiserie. „Beide bauten über Jahre hinweg eine emotionale Beziehung zu der Frau auf. Trotz jahrelanger Liebesbekundungen kam es aber nie zu einem persönlichen Treffen“, so die Ermittler weiter.

Immer wieder seien dem Opfer Lügenmärchen aufgetischt worden. „Geldforderungen wurden wiederholt mit angeblichen Zollproblemen, angeblicher Haft sowie familiären Notlagen begründet. Nach bisherigem Kenntnisstand wurden seit 2021 bereits über 350.000 Euro überwiesen.“

Angehörige half mit Hausverkauf
Das Opfer, das laut Polizei seit Jahren Notstandshilfebezieherin ist, habe zunächst ihr eigenes Geld aufgebraucht und dann Kredite aufgenommen. Als ihr das Geld endgültig ausgegangen war, half ihr schließlich eine Angehörige aus, die ihr Haus samt Grundstück dafür verkaufen musste!

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