Die Opposition im Tiroler Landtag fordert mit einem Dringlichkeitsantrag mehr Freizeitangebote und den Ausbau der psychologischen Hilfsangebote. Seit der Pandemie habe sich die Situation unter den Jugendlichen nämlich „drastisch verschlimmert“.
Mit psychischen Belastungen kämpfen von bundesweit 3072 Befragten im Alter zwischen 13 und 29 Jahren exakt 35 Prozent, von unter 600 Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren in Tirol unterdessen 22 Prozent. Das ging aus einer Jugendstudie hervor, über die die „Krone“ berichtete.
Am Donnerstag trat die Opposition im Tiroler Landtag vor Medienvertreter und schlug Alarm.
Einerseits wegen zu wenig Freizeitangeboten für die Jugendlichen, andererseits aufgrund fehlender Therapieplätze bzw. zu langer Wartezeiten, um die psychischen Belastungen rechtzeitig zu behandeln.
Ausdünnung durch Budgetkürzungen
„Alle wünschen sich, dass Jugendliche nicht im Smartphone versinken, aber wo sind die niederschwelligen Angebote von der Landesregierung? Wo sind die konsumfreien Treffpunkte und wo die Möglichkeiten der Mitgestaltung?“, fragte Zeliha Arslan (Grüne) und lieferte die Antwort gleich mit: „Es gibt viel zu wenig und aufgrund von Budgetkürzungen dünnen sie weiter aus.“
„Frag eine 14-Jährige in Landeck, wo sie sich am Freitagabend mit ihren Freundinnen trifft, wenn sie kein Geld ausgeben will. Die Antwort ist oft: nirgends. Das ist die Leerstelle Tiroler Jugendpolitik – und sie bleibt, solange über junge Menschen entschieden wird anstatt mit ihnen“, bemängelte Susanna Riedlsperger von den Tiroler NEOS.
Aufgrund der fehlenden Angebote würden die Jugendlichen immer früher in die Drogensucht rutschen, wie zum Beispiel die tragischen Todesfälle der vergangenen Wochen bewiesen hätten.
„Seit Corona Situation drastisch verschlimmert“
„Die Situation hat sich seit der Corona-Pandemie drastisch verschlimmert. Und die anhaltenden Krisen unserer Zeit versprechen keine Besserung. Neben fehlenden Freizeitangeboten, finanziellen Unterstützungen und dem Aushöhlen von Institutionen leiden viele junge Menschen unter psychischen Problemen. 26 Psychologen für Tirols Schulen und sechs Monate Wartezeit auf einen Therapieplatz verschärfen die Situation“, warnte Daniel Marschick von der FPÖ.
Deutliche Worte fand auch Andrea Haselwanter-Schneider von der Liste Fritz: „Seit Jahren wird gewarnt, passiert ist zu wenig. Fehlende Plätze, lange Wartelisten und kaum Prävention sprechen eine klare Sprache. Unsere Landesregierung versagt. Wer bei der Jugend spart, spart an der Zukunft unseres Landes.“
Mittels Dringlichkeitsantrag fordert die Opposition die Umsetzung eines 5-Punkte-Plans.
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