Wann waren Sie das letzte Mal im Gemeinde-, Heimat- oder Regionalmuseum? Dort wird bewahrt, was ein Land ausmacht. Eine Spurensuche in Jenbach in Tirol, wo die große Bedeutung von kleinen Museen am Land deutlich wird und ein Jubiläum ansteht.
Es wird gehämmert, geschraubt, gehängt – am Samstag (25.4.) muss alles fürs Jubiläumsfest und die Eröffnung der heurigen Museumssaison fertig sein.
30 Jahre Jenbacher Museum. 30 Jahre Ehrenamt. 30 Jahre sammeln, archivieren, forschen, ausstellen. „Zuerst wollten wir eigentlich nur ein kleines Sensenmuseum einrichten, weil der Ort dafür bekannt ist. Doch es kam anders.“ Erika Felkel muss schmunzeln, wenn sie von den Anfängen erzählt. Felkel und ihr Mann Walter gehören zu den Gründungsmitgliedern des Museumsvereins.
Es wird leider immer schwieriger, Freiwillige zu finden. Die Leute haben keine Zeit mehr.
Erika und Walter Felkel
Die Geschichte des Jenbacher Museums ist beispielhaft für die vielen kleinen Schatzkisten in den Dörfern und Städten des Landes. Tirol zählt laut Land 240 Museen. Beachtliche 57 Prozent werden ehrenamtlich betrieben.
Von den Schwierigkeiten, Freiwillige zu gewinnen
„Es wird leider immer schwieriger, Freiwillige zu finden. Die Leute haben keine Zeit mehr“, konstatieren die Felkels. Das Jenbacher Museum sei mittlerweile eines von wenigen im Land, das ohne angestellte Mitarbeiter auskomme. Dafür braucht es umso mehr Engagement von den Mitgliedern des Museumsvereins. Da wird so mancher Familienurlaub zur Forschungsreise in andere Museumshochburgen, auf Flohmärkte, zu Privatsammlern. Hobbyhistoriker, die locker den Doktor in Geschichte machen könnten. Das weiß auch der Obmann des Museumsvereins, Wolfgang Meixner. Er ist selbst vom Fach.
Von Schmetterling bis Skier
Das Jenbacher Museum hat sich im Laufe der Zeit auf drei Etagen und 19 Räume ausgebreitet. Da eine Schmetterlingssammlung, dort Exponate der Achenseebahn und der Jenbacher Werke. „Wir sind auch das größte Skimuseum des Landes“, lenkt Walter Felkel den Blick auf prachtvolle Brettln, die für viele Tiroler die Welt bedeuten. Fast jeder Raum ein eigener Kosmos. Und in 30 Jahren 70 Sonderausstellungen. „Damit die Leute mehr als einmal ins Museum kommen“, wissen die Macher nur zu gut von der Notwendigkeit ständiger Inszenierung.
In Zukunft soll der Social-Media-Auftritt des Museums forciert werden. „Für mehr junges Publikum“, meint der Obmann. Vieles verändert sich. Umso wichtiger, dass Regionalmuseen davon erzählen, was einmal war und auf welchem kulturellen Erbe ein Land fußt.
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