Terrorverdacht
Russischer Geheimdienst nimmt Deutsche fest
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben eine deutsche Staatsbürgerin wegen Terrorverdachts festgenommen.
Die 1969 geborene Frau soll versucht haben, im Auftrag ukrainischer Geheimdienste in der Stadt Pjatigorsk in der Region Stawropol im Nordkaukasus einen Terroranschlag auszuführen. Ziel seine eine Einrichtung der russischen Strafverfolgungsbehörden gewesen, teilte der FSB nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax mit. Von unabhängiger Seite überprüfbar sind die Vorwürfe nicht.
Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte in Berlin in der Bundespressekonferenz, „dass wir Medienberichte dazu zur Kenntnis genommen haben“. „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zum Schutz der Persönlichkeitsrechte grundsätzlich nicht zu Einzelfällen äußern können“, hieß es zudem aus dem Auswärtigen Amt. Inhaftierte mit deutscher Staatsangehörigkeit können konsularische Betreuung in Anspruch nehmen.
Im Rucksack der Verdächtigen sei eine Bombe entdeckt und dann entschärft worden. Details gab der FSB demnach nicht bekannt. Die Frau soll sich in der Nähe der Einrichtung der Strafverfolgungsbehörden in Pjatigorsk aufgehalten haben.
Staatsfernsehen zeigt Frau mit akzentfreiem Russisch
Das russische Staatsfernsehen veröffentlichte ein gut zweiminütiges Video des FSB, in dem auch eine Frau mit unkenntlich gemachtem Gesicht in akzentfreiem Russisch erklärt, dass sie seit 1995 die deutsche Staatsbürgerschaft habe. Seit 2022 halte sie sich in Russland auf, erzählt sie. In diesem Monat habe jemand mit ukrainischem Akzent ihr im Internet eine hohe Summe angeboten, wenn sie eine Tasche mit einem Sprengsatz an der Polizeistation abstelle. Darauf habe sie sich eingelassen. Unklar ist, ob die Frau auch die russische Staatsbürgerschaft hat.
Ein zweiter festgenommener Verdächtiger, ein 1997 geborener Mann aus Zentralasien, sollte nach Darstellung des FSB die Bombe aus der Ferne in den Morgenstunden zünden, um so möglichst viele Uniformierte zu töten. Dem Geheimdienst zufolge wäre dabei auch die Frau getötet worden. Beide Verdächtige hätten ein Geständnis abgelegt, teilte der FSB mit. Demnach sollen sie den Sprengsatz über ein Versteck des ukrainischen Geheimdienstes erhalten haben.
Lebenslange Haftstrafe droht
Die beschuldigte Deutsche soll laut FSB bereits seit längerer Zeit in kriminelle Machenschaften verwickelt und auch an der Organisation von Betrugsmaschen gegen russische Staatsbürger beteiligt gewesen sein. Beiden Verdächtigen droht im Fall einer Verurteilung Haft, womöglich lebenslang.
Attentate häufen sich
In Russland gab es seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine wiederholt Attentate, Bombenanschläge und andere Angriffe, bei denen Zivilisten oder Uniformierte getötet wurden. Der FSB meldet zudem immer wieder angeblich verhinderte Terroranschläge und Festnahmen von Verdächtigen, denen Verbrechen im Auftrag ukrainischer Geheimdienste vorgeworfen werden.









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