Was vor vier Jahren als kleiner Mutmacher der Erzdiözese Wien für Maturanten in der Stadt begann, wird zum europaweiten Phänomen: Die „Hilfe von oben“ via Smartphone gibt es inzwischen auch über Österreichs Landesgrenzen hinaus – und sie wird vor allem für Mathematik gerne in Anspruch genommen.
Wiens Erzbischof Josef Grünwidl kennt das bange Gefühl vor der Matura: „Ich war vor allem vor der schriftlichen Prüfung in Mathematik sehr aufgeregt.“ Er macht seinen Kolleginnen und Kollegen von heute Mut: Gottvertrauen und die „Grundstimmung: Unzählige Menschen vor mir haben die Matura geschafft und ich werde das auch schaffen“ gäben die nötige Ruhe. Obendrein gibt es auch heuer wieder einen Maturasegen per Handy.
3600 Mal Gebete für gutes Gelingen am Prüfungstag bestellt
Die Aktion zieht immer weitere Kreise, nicht nur in Österreich, sondern nun auch in Südtirol. In Deutschland haben sich die Evangelische Kirche an der Pfalz und das Bistum Speyer ein Beispiel an Wien genommen. In Österreich werden dabei immer mehr konfessionelle Grenzen überwunden, seit heuer auch mit der Evangelisch-methodistischen Kirche. Im Vorjahr wurden bereits für 3600 Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrlinge vor der Lehrabschlussprüfung Kerzen angezündet und Gebete gesprochen.
Der Matura-Segen startete als Teil der Initiative „Denk Dich Neu“, mit denen die Kirche jungen Menschen die Hand reichen will, und die etwa auch Seelsorge auf Musikfestivals anbietet. Die Aktion trifft offenbar einen Nerv: Zwei Drittel der 3600 Anmeldungen letztes Jahr kamen von den Prüflingen selbst, ein Drittel von Angehörigen. Die Extra-Portion Hilfe war vor allem bei der Mathematik-Matura erwünscht: 85 Prozent aller Angemeldeten wünschten sich, dass an diesem Tag für sie gebetet wird. Deutsch und Englisch folgten als Plätze zwei und drei bei den Sorgenfächern.
Die Prüflinge selbst bekommen am Prüfungstag zudem per WhatsApp ermutigende Botschaften auf das Handy. In Wien helfen etwa auch Dompfarrer Toni Faber und Jugendseelsorgerin Steffie Sandhofer beim Anzünden von Kerzen im Stephansdom. Grünwidl selbst hilft außerdem mit einem persönlichen Blick zurück auf seine damalige Nervosität: „Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass das gar nicht notwendig gewesen wäre, denn ich habe alles ganz gut geschafft.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.