
Eine satte Mehrheit von 60 Prozent der Kanadier kann sich einen EU-Beitritt vorstellen. So sehr ist die Weltordnung aus den Fugen geraten, so groß die Angst vor Krieg, US-Annexion, Wohlstandsverlust und nuklearer Bedrohung.
Es wäre verlockend, Kanada als 28. EU-Staat aufzunehmen: ein stabiles Land, dessen Gesamtverschuldung mit rund 100 Prozent zwar über jener von Deutschland und Österreich liegt, aber deutlich unter jener von Italien (137 Prozent) und Frankreich (116 Prozent). Auch budgetär steht Kanada besser da als Österreich – das Defizit liegt bei lediglich zwei Prozent, Tendenz sinkend. Als Mitglied wäre Kanada der elfte Nettozahler; derzeit beziehen 17 EU-Staaten mehr Mittel, als sie einzahlen. Der Binnenmarkt würde um 41 Millionen Menschen und eine Wirtschaftsleistung von rund 2319 Milliarden US-Dollar wachsen.
Doch so charmant diese Rechnung ist, so heikel wären ihre politischen Folgen. Ein EU-Beitritt Kanadas käme einem geopolitischen Tabubruch gleich. Und einer Provokation für die USA. Wie würde Donald Trump reagieren? Auch die NATO stünde vor einer Zerreißprobe. De facto ist die oftmals uneinige Europäische Union selbst nicht gefestigt genug. Brüssel müsste erst seine Hausaufgaben machen, statt neue Klassenkameraden aufzunehmen. Denn in Sachen Geschlossenheit sind uns die Vereinigten Staaten von Amerika meilenweit voraus. Sonst folgt am Ende nicht Erweiterung, sondern weitere Ernüchterung.
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