Do, 21. Juni 2018

"Zu viele Waffen"

08.07.2014 15:43

Chicago: Etliche Menschen an Feiertagen erschossen

Chicago hat ein Problem mit der Gewalt: Die politische Heimat von US-Präsident Barack Obama trägt mittlerweile die wenig schmeichelhaften Beinamen "Chiraq" und "Chicagoland" (in Anspielung an den Irak und Gangland). Und so ist es wenig überraschend, dass auch die Feierlichkeiten zum US-Unabhängigkeitstag am 4. Juli am vergangenen Wochenende von etlichen Schießereien mit Toten überschattet wurden.

Während die Chicagoer Polizei von 9 Toten und 53 Verletzten im Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag sprach, berichteten US-Medien übereinstimmend gar von 16 Getöteten und 82 Verletzten. Welche Zahl auch immer letztlich die korrekte sein wird: die Bilanz zum Feiertagswochenende ist jedenfalls ernüchternd. Tragischer Tiefpunkt: Ein dreijähriger Bub soll laut Medienberichten bei einer Schießerei auf einem Basketballfeld in den Kopf getroffen worden sein.

Zwei Jugendliche im Alter von 14 und 16 Jahren seien zudem von der Polizei erschossen worden, weil sie ihre Waffen nicht niederlegen wollten. "Die Bandenmitglieder werden von ihrer Gang hart bestraft, wenn sie ihre Waffe verlieren", sagte ein Sprecher der Polizei bei einer Pressekonferenz am Montag.

Streitigkeiten zwischen Gangs und Drogenbanden
Zu den Gründen der Schießereien machte die Polizei keine näheren Angaben. Laut einem Bericht der "Chicago Tribune" vom Dienstag führten überwiegend Streitigkeiten zwischen Gangs und Drogenbanden zu der Gewalt. "Es gibt zu viele Waffen in der Stadt und zu wenig Strafe", so der Polizeisprecher. "Es sind illegale Waffen, Militärwaffen, die auf dem Schlachtfeld benutzt werden."

Waffengewalt ist in Chicago ein alltägliches Problem. Im vergangenen Jahr seien insgesamt 440 Menschen bei Schießereien in Chicago getötet worden. Im Vergleich zu 2013 sei die Zahl der Erschossenen 2014 bisher zurückgegangen. Dennoch gab es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in der Stadt am Michigansee laut der Zeitung "USA Today" 172 Tötungsdelikte, im Vergleichszeitruam des Vorjahres waren es 181.

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