Nach Ortschef-Abwahl

Bürgermeister kämpft mit Feinden im eigenen Lager

Niederösterreich
07.06.2026 15:00

Feind, Erzfeind, Parteifreund! Nach diesem Motto geht derzeit in der Waldviertler Gemeinde Kirchberg am Walde zu. Denn zur Wahl des ÖVP-Bürgermeisters meldete sich jetzt die SPÖ, die betont, den Ortschef auch gewählt zu haben. Rein rechnerisch gehen sich damit nur Gegenstimmen aus dem eigenen Lager aus.

Weiterhin seltsame Blüten treibt die politische Landschaft in der Waldviertler Gemeinde Kirchberg am Walde. Die ÖVP-Hochburg – die Partei hat elf der 19 Gemeinderatssitze inne – hat erst vor Kurzem ihrem schwarzen Ortschef Karl Schützenhofer auf SPÖ-Antrag mit 14:4 Stimmen das Misstrauen ausgesprochen und ihn damit als Bürgermeister gefeuert. Schützenhofer bleibt aber weiterhin als schwarzer Mandatar im Gemeinderat. Zum neuen Gemeindechef mit genau der Anzahl der elf ÖVP-Mandate wurde nun der bisherige schwarze Vizebürgermeister Markus Pollack gewählt, die „Krone“ berichtete.

SPÖ und FPÖ für ÖVP-Bürgermeister
Nun meldete sich SPÖ-Chef Werner Fischer: „Dass die Opposition geschlossen gegen Pollack gestimmt hat, ist ein Blödsinn“, betont er, dass die drei roten Gemeinderäte eindeutig für den neuen ÖVP-Bürgermeister gestimmt hätten. Zudem gibt es auch Gerüchte, dass der einzig anwesende FPÖ-Mandatar für Pollack gestimmt hat. Bürgerlisten-Chef Norbert Edinger von „Wir für Kirchberg“ hält ebenso drei Mandate. Er hält hingegen fest, dass man gegen den neuen Bürgermeister gestimmt hat.

SPÖ-Chef und Geschäftsführender Gemeinderat Werner Fischer stellt klar, dass die ...
SPÖ-Chef und Geschäftsführender Gemeinderat Werner Fischer stellt klar, dass die Sozialdemokraten für den neuen ÖVP-Bürgermeister gestimmt hat.(Bild: SPÖ)

Schwarze Gemeinderäte gegen eigenen Ortschef?
Das würde bedeuten, dass drei bis vier der elf ÖVP-Gemeinderäte gegen ihren „eigenen Mann“ gestimmt haben und er im Gemeinderat derzeit eigentlich nur mit anderen Parteien Mehrheiten zusammenbringen würde. Pollack dazu: „Es ist eine turbulente Zeit. Ich habe von Anfang an gewusst, dass es nicht einfach wird.“ Der junge Gemeindechef (37) will aber mit guter Leistung den Frieden in den eigenen Reihen wieder herstellen.

Hat er davon gewusst, dass ihn einige „Parteifreunde“ nicht gewählt haben? „Ja, wenn man sich die Abstimmungen der letzten Sitzung ansieht, dann muss man kein Raketenwissenschaftler sein, um das zu erahnen“, sagt er. Aber es freue ihn, dass ihn auch die SPÖ gewählt habe und dass diese das sogar öffentlich klarstellen wolle.

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