Frist ist nun fixiert

Ort für „Superspital“ ist nur mehr Frage von Tagen

Niederösterreich
18.04.2026 09:15

Der Countdown läuft: Alles wartet auf die Verlautbarung des Standortes des neuen geplanten Schwerpunktkrankenhauses „Weinviertel Süd-West“. Und dieser wird nun fix kommende Woche präsentiert! Donnerstag geht aber die  lang anberaumte Großdemo gegen den Gesundheitsplan 2040+ über die Bühne – am Tag einer Landtagssitzung. Die „Krone“ hat Hintergrundinfos. 

Das Büro von Gesundheitslandesrat Anton Kasser hat gegenüber der „Krone“ eine „Deadline“ bezüglich der Standortfrage für das auch als „Superspital“ bezeichnete geplante „Klinikum Weinviertel-Süd-West“ aufgeklärt: Kommende Woche, also spätestens am Freitag, wird die Standortkommission den Ort bekannt geben. 

Viele möchten die Klinik: Der „Gral“ der Standortfrage wird nun geöffnet
Die Standortfrage ist das Hauptthema des Gesundheitsplans 2040+. Oft wurde hier schon „Kaffeesud gelesen“, welcher der 14 Standorte bei der eingesetzten Expertenkommission das Rennen machen würde – darunter Mistelbach, Stockerau und Hollabrunn. Die Auswahl sei nun im Endstadium, wie das Büro des Landesrates Anton Kasser die „Krone“ informiert: „Spätestens kommenden Freitag werden wir von den Experten über ihr Ergebnis in Kenntnis gesetzt.“ 
Es stellt sich damit eine spannende Frage, die jetzt im Raum steht: Passiert das vor oder nach der Landtagssitzung am Donnerstag, wo auch demonstriert wird? Wann ist es reif, die Hauptfrage eines intensiv diskutierten Prozesses zu lösen – also den „Gral des Standortes“ zu öffnen?

Am Donnerstag findet die geplante Großdemo der Plattform NÖ statt 
Dieser Zeitraum kreuzt sich jedoch mit dem Termin der großen Demonstration der „Plattform NÖ“ am 23. April. Was dementsprechend Nervosität in die Terminsetzung bringen könnte: Wird der Standort vor oder nach dem landesweit intensiv beworbenen Demo-Termin verlautbart? Im Büro Kasser heißt es dazu nur: „Es ist Fakt, dass – von der Infrastruktur bis zu Raumordnungsplänen – allein in der Standort-Thematik die Infos von knapp 200 Seiten zu bearbeiten waren. Die Entscheidung hat also einen hohen Stellenwert für das ganze Weinviertel. Und gerade deswegen möchten wir keinen bestimmten Tag bekannt geben.“  

Großes Grübeln: Tage vor, nach oder knapp zur Landtagssitzung?
Die Bürgerproteste am Donnerstag, die ja in einer Kundgebung vor dem Landhaus enden, könnten dabei eine Rolle spielen – schließlich ist an diesem Tag auch eine Landtagssitzung. Laut Insider-Informationen habe man  bereits den Montag im Kalender-Visier. Jedenfalls sei an diesem 20. April eine entscheidende Sitzung im Landhaus anberaumt, wie die gut informierte Quelle konkretisiert. 

Retzer Bürgermeister stellt sich gegen die Meinung vieler Bürger
Die Demonstration gilt auch der Thematik Notarztversorgung. Aufregung herrscht hier in Retz, wo der Stadtchef nun seinen Standpunkt gegen den einer  Bürgerinitiative – und das gleichzeitig mit einer Rechnung über Plakatwerbung – stellt. „Wir waren mit einer großen Retz-Delegation im Landhaus und erhielten dort gänzlich nachvollziehbare Argumente“, festigte  Bürgermeister Stefan Lang im Interview seine Einstellung: Auch andere Lösungen können Notarztstandort ersetzen, meinte er am Freitag zur „Krone“. Bis dahin dürfe aber die Versorgungsqualität nicht leiden.
Ob er am Donnerstag bei der Demo trotzdem hinter den Bürgern steht? „Wir diskutieren“, versucht der VP-Mann ein definitives „Nein“ zu umgehen. Die Frage der Erhaltung des Notarztstandorts ist nämlich ein „heißes Eisen“ für die ganze Region. 
Er lehne jedenfalls ab, dem regionalen Initiativenvertreter Rudolf Preyer die Rechnung für Informations-Plakatständer zu erlassen: „Das darf ich laut Beschluss im Gemeinderat auch gar nicht.“

Zitat Icon

Gebühren statt Rückhalt: Retzer fühlen sich im Stich gelassen, während anderswo, wie in Groß Enzersdorf, der gesamte Gemeinderat geeint den Standort verteidigt.

Rudolf-Anton Preyer, Intitative „#NotarztRetzMussBleiben“

Trotz 6313 Unterschriften, die man gesammelt hat, sei es „irritierend, dass der Stadtchef den schon vermuteten Kurswechsel, sich nicht mehr für den Standort Retz einzusetzen, nun definitiv bestätigt“, kritisiert Preyer. „Während andere Gemeinden politisch einig für Notärzte kämpfen, zahlen wir drauf.“

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