Erneut musste die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) vor Gericht eine Niederlage einstecken, weil jemand eine viel zu niedrige Einstufung beim Pflegegeld einklagte. Die AK OÖ hat einer Familie aus dem Innviertel geholfen, deren Kind an Autismus leidet.
Für ihr autistisches Kind bezog die Familie aus dem Innviertel Pflegegeld der Stufe 1. Der Bub ist hyperaktiv, extrem lärmempfindlich, neigt zu Aggressionen und kann nicht alleine gelassen werden. Würde man den mittlerweile 10-Jährigen nicht rund um die Uhr betreuen, wäre es nicht auszuschließen, dass er sich selbst oder andere verletzt. Der Betreuungsaufwand für die Eltern ist natürlich enorm.
AK zog vor Gericht
Das Gutachten der PVA sieht das allerdings offenbar nicht so und so bekam die Familie Pflegegeld der Stufe 1. Das Paar wandte sich in der Folge an die Arbeiterkammer Oberösterreich. Diese klagte gegen den bisherigen Bescheid, um eine Erhöhung des Pflegegeldes zu erreichen. Der vom Sozialgericht beauftragte Sachverständige erstellte ein neues Gutachten.
1400 Euro mehr
Und dieses fiel völlig anders aus als das Gutachten der PVA. Laut diesem bestand nämlich ein Pflegeaufwand von 205 Stunden pro Monat. Damit stand der Familie nun sogar Pflegestufe 6 zu. Der finanzielle Unterschied ist beachtlich: Bei Pflegestufe 1 sind es monatlich 206 Euro, nun erhält die Familie 1685 Euro.
Immer mehr Beratungen
Im Durchschnitt gewinnt die AK jeden Tag zwei Gerichtsverfahren, in denen eine höhere Einstufung festgestellt wird. Seit 2021 ist die Zahl der Pflegegeldberatungen um 75 Prozent und die Zahl der erfolgreich abgeschlossenen Fälle um knapp 71 Prozent gestiegen.
„Es ist wichtig, dass Betroffene bald einen Rechtsanspruch darauf haben, bei den PVA-Untersuchungen eine Vertrauensperson mitzunehmen. Wichtig wäre außerdem, dass Vorbefunde der Betroffenen berücksichtigt werden. Dadurch kann die Qualität der Begutachtungen erhöht werden“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.