Wer eine Berufsunfähigkeitspension anstrebt oder Pflegegeld braucht, muss zur Pensionsversicherungsanstalt (PVA) – und dabei gibt es oftmals gewaltige Brösel, wie eine Studie des Foresight-Instituits für die AK OÖ aufzeigt. Nach unserem „Krone“-Bericht musste die Arbeiterkammer extra drei Mitarbeiter freistellen, um die Anfragenflut behandeln zu können.
„Die Studie hat aufgezeigt, wo es Probleme bei der PVA gibt. Unter anderem auch, dass arme Frauen am schlechtesten behandelt werden, Akademiker am besten“, sagt Arbeiterkammerpräsident Andreas Stangl. Für den Großteil der unselbstständig Erwerbstätigen ist die PVA beim Pflegegeld und bei der Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension die zuständige Stelle. Viele Antragssteller empfinden aber, wie die Studie zeigt, den Begutachtungsprozess belastend und willkürlich.
Es ist uns gelungen, den Betroffenen und ihren Angehörigen eine Stimme zu geben. Viele schildern uns ihre Erfahrungen mit den Gutachtern.

AK-Präsident Andreas Stangl
Bild: APA/TEAM FOTOKERSCHI/WERNER KERSCHBAUMMAYR
„Es fehlt an Supervision“
„Man muss auch die Situation der Gutachter sehen, die offensichtlich für ihre Begutachtungen wenig Honorar bekommen und anscheinend auch wenig Zeit haben. Meines Erachtens fehlt es auch an Supervision, wie sie zum Beispiel für Psychotherapeuten vorgeschrieben ist. Denn natürlich kommen die Leute oft voller Emotion zu ihnen, sind angespannt und frustriert, wenn ihre Anliegen negativ behandelt werden“, so ein Jurist und Sozialrechtler der AK OÖ, der seit gut zwei Jahrzehnten mit dieser Themenlage befasst ist.
90-Jähriger kämpft um Pflegestufe
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt die oft große Diskrepanz: Ein 90-Jähriger aus dem Bezirk Steyr-Land leidet seit längerer Zeit an fortgeschrittener Demenz, chronischem Darmverschluss, Osteoporose sowie Bluthochdruck. Aufgrund seines sich immer weiter verschlechternden Gesundheitszustandes erhöhte die PVA das Pflegegeld auf Stufe 3. Der Sohn wandte sich an die AK Steyr, diese klagte beim Sozialgericht. Das Gericht erkannte dem 90-Jährigen sogar Pflegestufe 6 zu.
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