Bei Flurreinigungen

Ein Viertel weniger Müll in der Natur durch Pfand

Burgenland
17.04.2026 09:00

Erfreuliche Nachrichten gibt es für die Umwelt: Im gesamten Bundesland bemerken Gemeinden einen Rückgang von achtlos weggeworfenen Flaschen und Dosen bei den Flurreinigungen. Geld für das Flaschenpfand wirkt offenbar erfolgreich gegen Littering.

Die Einführung des Pfandsystems auf PET-Flaschen und Dosen 2025 wirkt sich positiv auf die Umwelt aus. Nachdem in den meisten Gemeinden die Flurreinigungen abgeschlossen sind, freuen sich Bürgermeister im gesamten Bundesland über weniger Müll, der im Freien herumliegt.

Nordburgenland mit 20 Prozent weniger
Die „Krone“ hörte sich um: Neufelds Ortschef Michael Lampel, er ist Obmann des Burgenländischen Müllverbandes, berichtet: „Wir haben heuer wesentlich weniger Dosen und Flaschen eingesammelt. Und das wurde von vielen Gemeinden gemeldet.“ Die Reinigungen ergaben im Nordburgenland etwa 20 Prozent weniger Müll insgesamt, bei Flaschen und Dosen seien es gar um die Hälfte weniger gewesen.

In Neufeld selbst wurde „annähernd gleich viel Müll wie im vorigen Jahr gesammelt – ein Container mit 3,5 Tonnen Fassungsvermögen – weil speziell an exponierten Stellen noch genug anderes Zeug herumliegt, wie etwa Alteisen“ so Lampel. Speziell Verpackungen einer Burger-Kette würden oft achtlos in der Natur und auf Parkplätzen entsorgt.

Im Pfandsystem gesammelte Flaschen werden der Wiederverwertung zugeführt.
Im Pfandsystem gesammelte Flaschen werden der Wiederverwertung zugeführt.(Bild: Reinhard Judt)

Säcke waren nicht einmal voll
Lampels Stellvertreter im Müllverband, Georg Rosner, Bürgermeister in Oberwart, vermeldet von den an der Reinigung teilnehmenden Vereinen, dass man die Sammelsäcke „nicht einmal zu Dreiviertel voll bekommen“ habe. Er bedankt sich bei allen, dass weniger Dreck herumliegt. Bürgermeister Kilian Brandstätter in Gols bemerkte die erfreuliche Entwicklung von „viel weniger Pet-Flaschen bei der Flurreinigung, weil Flaschen und Dosen im Pfandsystem etwas kosten und nicht mehr so oft weggeworfen werden.“

Nur einige wenige Plastikflaschen fand man in der Umgebung von Oberpullendorf, wie Bürgermeister Johann Heisz bemerkt: „Bei uns wurden heuer vielleicht zehn große Müllsäcke gesammelt und die waren nicht voll. Da waren vielleicht sechs PET-Flaschen dabei.“ Er schätzt die Müllmenge heuer um rund ein Viertel geringer ein als in den Jahren davor. „Sogar die Fremdablagerungen wie alte Reifen sind weniger geworden“, so Heisz. 

20 Tonnen bei Flurreinigungen
Christoph Wagner, Geschäftsführer vom Umweltdienst Burgenland rechnet hoch, dass bei den ehrenamtlichen Flurreinigungen im Burgenland etwa 20 Tonnen Müll gesammelt werden: „Die größte Fraktion im Litteringaufkommen war – vor der Einführung des Pfandsystems – die der Kunststoffgetränkeflaschen und Dosen.“ Das Pfandsystem sei ein entscheidender Schritt im Kampf gegen Littering. 

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