Klosterleben

Seitenstetten: Eine Seelsorge-Reise nach innen

Niederösterreich
17.04.2026 09:15

Spirituelle Obsorge im Kloster: In Seitenstetten in Niederösterreich darf die Seele wieder sprechen – und aufatmen...

Zwischen den paradiesischen Klostermauern, dem barocken Glanz und stillen Gängen öffnet das Stift Seitenstetten, dieser mächtige Vierkanter Gottes im Herzen des Mostviertel jetzt seine Pforten auf eine neue, noch tiefere Weise. Mit dem Angebot der „Seel.Sorge“ wird aus der klassischen Stiftsführung eine Pilgerreise nach innen – eine Einladung, nicht nur zu sehen, sondern die eigenen spirituellen Wurzeln zu spüren.

Die ehrwürdigen Prunksäle verströmen Geschichte und laden zum Staunen ein.
Die ehrwürdigen Prunksäle verströmen Geschichte und laden zum Staunen ein.(Bild: unknown)

Die ehrwürdigen Prunksäle, die kunstvollen Kapellen und die verborgenen Winkel des Klosters verlieren dabei ihre Rolle als bloße Kulisse. Sie werden zu Resonanzräumen für das, was im Alltag oft überhört wird: die leisen Fragen des Lebens. Was gibt Halt? Was schenkt Kraft? Und was bleibt, wenn es still wird?

Räume, die antworten
„Unsere Türen stehen offen – nicht nur für Besucher, sondern für Suchende“, sagt Abt Petrus Pilsinger. Ein Satz, der das Wesen dieses besonderen Angebots auf den Punkt bringt. Es geht nicht um Wissen allein, sondern um Erfahrung.

Auch Altabt Berthold Heigl geleitet die pilgernden Besucher auf ihrer Seelenreise.
Auch Altabt Berthold Heigl geleitet die pilgernden Besucher auf ihrer Seelenreise.(Bild: SCHWARZ-KOENIG)

„Seel.Sorge“ verzichtet bewusst auf erhobene Zeigefinger. Stattdessen entsteht ein offener Raum für persönliche Gedanken, Zweifel und neue Zuversicht. Die Geschichte des Hauses verbindet sich mit den Geschichten der Menschen, die durch seine Gänge gehen – leise, unaufdringlich, aber spürbar.

Ein Ort, der berührt
Auch Gastmeister Andreas Tüchler sieht darin eine „geheilgte“ Herzensangelegenheit: „Es ist mir wichtig, dass Menschen hier nicht nur schauen, sondern spüren – und neue Kraft aus unseren Mauern mitnehmen.“

Gerade in einer Zeit, die von Tempo und Unsicherheit geprägt ist, entfalte dieses Konzept seine besondere Wirkung. Pater Andreas: „Es ist kein Rückzug aus der Welt, sondern ein Innehalten mitten im Leben. Ein Moment, in dem die Gedanken langsamer werden dürfen – und die Seele wieder zu Wort kommt.“

Zwischen Kultur und Innerlichkeit

Die Verbindung von kulturellem Erbe und spiritueller Tiefe macht „Seel.Sorge“ also zu einem außergewöhnlichen Erlebnis. Während vielerorts Geschichte erklärt wird, wird sie hier fühlbar gemacht. Und während draußen die Welt immer lauter wird, wächst drinnen etwas anderes: Stille, Klarheit, vielleicht sogar Zuversicht, um die Aufgaben des Lebens zu bewältigen!

So wird aus einem Rundgang mehr als ein Besuch. Es ist ein leiser Dialog zwischen Mensch und Ort – und womöglich der Beginn einer kleinen, aber nachhaltigen Veränderung.

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