Leises Klappern liegt in der Luft – und berührt ganz St. Georgen am Ybbsfelde in Niederösterreich! Denn die Störche brüten ganz bewusst in Kirchennähe.
„Es klappert“, frohlockt der „fliegende“ Mostviertler Pfarr-Reporter Wolfgang Zarl – und trifft damit mitten ins Ökoherz des Ortes im Bezirk Amstetten. Denn dort hat ein Adebarpaar heuer im Frühling eine Entscheidung getroffen, die man mit einem Augenzwinkern wohl „Wohnupgrade mit Herz“ nennen darf.
Jahrzehntelang hatten die eleganten Weißen auf einem alten Schlot beim ehemaligen Molkereigelände gebrütet – ein vertrautes Zuhause, so beständig wie der Rhythmus der Jahreszeiten. Doch der Schlot musste weichen. Sicherheit geht vor. Ein neues Gerüst wurde errichtet, etwas außerhalb, gut gemeint, sauber geplant. Nur: Die Störche hatten offenbar andere Pläne.
Zurück aus Afrika
Als sie jetzt im Frühjahr aus dem sonnigen Süden zurückkehrten, suchten die Afrikaheimkehrer – kreisten, schauten, zögerten. Und landeten schließlich dort, wo ihr Vogelherz offenbar schneller schlägt: mitten im Ort, gegenüber der Pfarrkirche.
Erst ließ sich der eine nieder, dann der zweite. Und dann war die Entscheidung gefallen: Hier wird gebaut! Ast für Ast wächst nun ein neues Nest – nicht am Rand, sondern im Zentrum. Nicht abgeschirmt, sondern weithin sichtbar. Fast so, als wollten die Tiere sagen: Heimat ist kein Ort, den man zugewiesen bekommt. Heimat ist ein Ort, den man wählt.
Seither hat sich etwas verändert. Menschen bleiben stehen, blicken gen Himmel, lächeln. Kinder sammeln eifrig Äste, als wollten sie persönlich beim Einzug helfen. Ein kleines Naturtheater, das berührt, ohne große Worte. Vielleicht, weil selbst ein perfekt geplantes Gerüst nicht ersetzen kann, was gewachsen ist: Nähe, Erinnerung, Leben. Oder, wie es Zarl humorvoll formuliert: „Gegen ein Penthouse mit Kirchenblick kommt die schönste Gemeindewohnung nicht an. So wird aus einem Storchennest eine stille Botschaft!“
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