Fordert 3,9 Millionen

Ex-ORF-General: „Will Gerechtigkeit, keine Rache“

Österreich
16.04.2026 05:55

Entlastungs-Offensive des gekündigten Top-Managers: In einem Hintergrundgespräch schilderten Roland Weißmann und sein Anwalt ihre Sicht der Dinge in der pikanten Affäre. Inklusive Vorwürfe gegen Stiftungsrat, Arbeitgeber – und auch die Kronzeugin.

Drei Millionen und 900.000 Euro – auf diese gewaltige Summe bezifferte Anwalt Oliver Scherbaum die beim Arbeits- und Sozialgericht einzuklagende Summe (ausstehende Gehälter, Abfertigung und Schadenersatz) des Ex-ORF-Generals.

ORF am ausgelösten Flächenbrand selbst schuld
Im hippen Lokal „Motto am Fluss“ neben dem Wiener Donaukanal schilderten gestern Roland Weißmann und sein Rechtsvertreter ihre Sicht der Dinge in der vor mehr als einem Monat an die Öffentlichkeit gelangten Affäre rund um Chats samt Schlammschlacht. Dabei hielt der Jurist nochmals fest, „dass der ORF mit seiner Vorgangsweise selbst schuld an dem ausgelösten Flächenbrand“ sei. Für den Schaden müsse letztlich der Gebührenzahler aufkommen.

Denn für Scherbaum habe die Compliance-Überprüfung am Küniglberg Weißmann vollauf entlastet. Die Vorwürfe der sexuellen Belästigung hätten sich in Luft aufgelöst. Trotzdem wurde der Rundfunk-Boss gefeuert. Bis gestern Früh hatte der Top-Manager aber noch keinen „blauen Brief“ erhalten. Für Anwalt Scherbaum „ein klassischer Fall von sittenwidriger Motivkündigung“. Und er sieht für die juristische Auseinandersetzung gute Chancen. Die Kronzeugin habe bei der Prüfung nicht alles vorgelegt, der Ex-General schon.

Anwalt Oliver Scherbaum klagt für Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann von seinem früheren ...
Anwalt Oliver Scherbaum klagt für Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann von seinem früheren Arbeitgeber Millionen ein.(Bild: Martin Stachl)

Rücktritt nicht freiwillig, sondern unter großem Druck
Roland Weißmann selbst betonte: „Ich will Gerechtigkeit, keine Rache.“ Sein Rücktritt sei nicht freiwillig, sondern unter Druck erfolgt und um Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Der Stiftungsrat habe ihm zu verstehen gegeben, dass es völlig egal sei, ob die Vorwürfe stimmen oder nicht: „Das geht sich nicht aus.“

Zudem wären die ungeprüften Anschuldigungen trotz gegenteiliger Zusage im Falle eines Abgangs trotzdem öffentlich gemacht worden. Die „Krone“ und weitere Medien waren übrigens bei einem anderen Hintergrundgespräch mit Neo-Chefin Ingrid Thurnher nicht eingeladen.

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