Kritik am Ausbaugesetz

Fischer warnen Kanzler: „Flüsse sind in Gefahr“

Österreich
15.04.2026 09:20

Die Energiewende sorgt in Österreich weiter für Diskussionen. Nun melden sich auch die heimischen Fischer mit deutlicher Kritik zu Wort. Sie warnen vor einem „ökologischen Aderlass“ und richten einen klaren Appell an Bundeskanzler Christian Stocker. Rückendeckung kommt auch von Peter Schröcksnadel, Präsident von „River and Nature“, der vor weiteren Eingriffen in die Flussökologie warnt.

Im Zentrum der Debatte steht das neue Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz. Aus Sicht der Fischer könnte es durch schnellere Genehmigungen, gelockerte Umweltprüfungen und neue Anreize zu einem verstärkten Ausbau der Wasserkraft kommen – mit Folgen für empfindliche Fließgewässer.

Besonders im Fokus stehen kleine Bäche. Diese gelten als ökologisch besonders wertvoll, sind aber aus Sicht der Kritiker zunehmend von neuen Kleinwasserkraftprojekten betroffen. Der Vorwurf: Der zusätzliche Energiegewinn sei oft gering, während gleichzeitig in sensible Lebensräume eingegriffen werde.

Die heimischen Fischer appellieren an den aktiven Fliegenfischer Bundeskanzler Christian ...
Die heimischen Fischer appellieren an den aktiven Fliegenfischer Bundeskanzler Christian Stocker, bei den Ausbauplänen der Wasserkraft besonders auf kleine, sensible Fließgewässer zu achten.(Bild: Imre Antal)

Die Ausgangslage ist laut Umweltorganisationen bereits angespannt. Laut WWF befinden sich nur noch rund 14 bis 15 Prozent der heimischen Fließgewässer in sehr gutem Zustand. Mehr als 60 Prozent gelten als sanierungsbedürftig. Hinzu kommen rund 5.200 Wasserkraftanlagen und Querbauwerke in Österreich-  im Schnitt alle 900 Meter eine Barriere in den Gewässern.

Der Österreichische Fischereiverband warnt vor einer weiteren Belastung der Flüsse. Präsident Gert Gradnitzer spricht von den „letzten blauen Paradiesen“, die zunehmend unter Druck geraten. Auch das Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz sieht nur einen äußerst geringen zusätzlichen Nutzen durch weitere Kleinwasserkraft und große Naturzerstörung.

Peter Schröcksnadel, Präsident von „River and Nature“, findet deutliche Worte: „Wer heute die letzten Bäche und Flüsse verbaut, zerstört unwiederbringlich die allerletzten fließenden Naturparadiese der Heimat.“ Die heimischen Fischer richten einen klaren Appell an Bundeskanzler Christian Stocker, selbst passionierter Fliegenfischer: Beim weiteren Ausbau der Wasserkraft brauche es deutlich mehr Rücksicht auf kleine, sensible Fließgewässer. Die Energiewende dürfe nicht dazu führen, dass die letzten intakten Bäche zusätzlich unter Druck geraten.

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