Das Klagenfurter Tierheim TiKo musste am Dienstag eine schreckliche Entdeckung machen. Sechs Hühner wurden in Plastiktaschen verpackt und über den Zaun im Gelände des Tierheims entsorgt. Die Betreiber sind fassungslos.
„Was wir gesehen haben, macht uns fassungslos“, teilt das Tierheim in Klagenfurt der Öffentlichkeit mit. Sechs Hühner wurden in Plastiktaschen verpackt und dem Tierheim über den Zaun geworfen. Ein weiteres Huhn derselben Brahma-Rasse wurde einige Wochen davor im Wald gefunden.
„Die Tiere leiden unter massivem Milbenbefall, ihre Füße sind von Erd- und Kotklumpen umhüllt, hart wie Beton“, so die Tierliebhaber in der Stellungnahme. Das Ausmaß des Leidens der Tiere können die Mitarbeiter des TiKos kaum in Worte fassen.
Zehe musste amputiert werden
Einem Huhn musste sogar eine Zehe amputiert werden, weil ein verhärteter Klumpen die halbe Zehe bereits abgerissen hat. Außerdem leiden die Tiere unter extremem Milbenbefall – das Gefieder ist vollkommen verwahrlost. „So ein Zustand entsteht nicht über Nacht“, ist das TiKo aufgebracht. „Dass Tiere bei uns in dieser Art und Weise abgegeben werden, kommt Gott sei Dank selten vor. Mit uns kann man über alles reden. Und wenn wir wenige Kapazitäten haben, vermitteln wir“, so Nina Zesar vom TiKo.
Die Tiere wurden nach Erstversorgung im TiKo von der Vogelhilfe Kärnten übernommen. Michaela Dworak ist Betreiberin der Auffangstation und auch sie ist empört. „Ich habe die Hühner vorerst bei mir in der Station aufgenommen und gepflegt. Sie waren extrem hungrig, fressen die ganze Zeit über nur“, so die Vogelexpertin.
Kotklumpen an Füßen und Milben
Auch, dass die Tiere unter Milbenbefall leiden, bestätigt Dworak. „Im Gefieder sitzt die rote Vogelmilbe und auch an den Beinen erkennt man die Parasiten“. Die verhärteten Kotklumpen an den Füßen der Hühner entfernte die Vogelexpertin mit warmem Wasser. Die Füße der Hühner müssen darin mindestens zwei Stunden aufgeweicht werden. „Es ist mühsam“, erzählt Dworak.
Die Tiere im Heim abzugeben, ist noch eine humane Lösung. Die Art ist zwar fragwürdig, hat jedoch wahrscheinlich seinen Grund. Tiere werden oft ausgesetzt.
Michaela Dworak, Vogelhilfe Kärnten
„Einige brauchen definitiv tierärztliche Hilfe.“ Auf den Kosten bleibt die Betreiberin der Vogelhilfe Kärnten selbst sitzen. „Zwar bekomme ich vom Land Geld für jene abgegebenen Tiere, die unter Naturschutz stehen“.
Hühner sind nun auf einem Gnadenhof
Darunter fallen jedoch Tauben und Hühner nicht. Am Mittwochnachmittag teilt sie der „Krone“ mit, dass sie einen Abnehmer für die Hühner gefunden hat. Ein Gnadenhof in Oberkärnten nimmt sie jetzt auf. „Die Tiere können dort in Frieden leben und werden dort gesund gepflegt“, so die Vogelexpertin.
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