„Enthemmter Nazismus“

Marseille will Konzert von Kanye West verbieten

Ausland
14.04.2026 19:51
Porträt von krone.at
Von krone.at

Frankreichs Innenminister will ein Konzert des US-Rappers Kanye West verhindern. Es würden „alle Möglichkeiten geprüft“, hieß es am Dienstag. Hintergrund sind die antisemitischen Äußerungen des Musikers.

Innenminister Laurent Nuñez hat bereits mit dem zuständigen Präfekten und Marseilles Bürgermeister Benoît Payan gesprochen. Dort soll Kanye West auftreten. Payan hatte aber bereits Anfang März gesagt, dass der Rapper in seiner Stadt nicht willkommen sei. „Ich weigere mich, dass Marseille zur Bühne wird für Menschen, die Hass und enthemmten Nazismus propagieren.“

Wie berichtet, hätte West im Juli an drei Abenden des Wireless-Festivals in London auftreten sollen. Wegen antisemitischer Äußerungen hatte der geplante Auftritt jedoch Kritik ausgelöst, unter anderem von Auschwitz-Überlebenden. Daraufhin lehnte die britische Regierung Anfang April eine beantragte Einreisegenehmigung des US-Amerikaners ab. Das Veranstaltungsteam sagte gar das komplette Festival ab.

Song „Heil Hitler“
West hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit antisemitischen Äußerungen Negativ-Schlagzeilen gemacht. Zum 80. Jahrestag des Weltkriegs-Endes im vergangenen Jahr veröffentlichte er einen Song mit dem Titel „Heil Hitler“, zuvor hatte er T-Shirts mit Hakenkreuz-Aufdruck vermarktet. Zuletzt hatte der 48-Jährige, der mit seinem erratischen Auftreten auch frühere Fans irritiert, seine antisemitischen Äußerungen mit einer bipolaren Störung begründet und betont, er sei weder Nazi noch Antisemit.

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