Beziehung getrübt

Trump schockiert: „Habe mich in Meloni geirrt!“

Außenpolitik
14.04.2026 16:57
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Präsident Donald Trump hat Italiens Ministerpräsidentin fehlenden Mut vorgeworfen. Hintergrund ist die fehlende Unterstützung des Landes im Iran-Krieg. „Ich dachte, sie hätte Mut, aber ich habe mich geirrt“, sagte Trump. Er sei gar „schockiert über sie“ gewesen.

Die Rechtsaußenpolitikerin galt lange Zeit als eine der Politikerinnen, die einen guten Draht zu Trump hatten. Italien und andere europäische NATO-Partner weigern sich, die Vereinigten Staaten im Krieg gegen den Iran zu unterstützen. Sie sagen, dass der Krieg kein Bündnisfall sei, der ein Eintreten erforderlich mache. Trump hat die westliche Militärallianz als „Papiertiger“ bezeichnet und damit gedroht, nach dem Ende des Iran-Kriegs die Mitgliedschaft der USA in der NATO zu überdenken.

Im Zusammenhang der fehlenden Unterstützung Italiens hat er Ministerpräsidentin Giorgia Meloni jetzt fehlenden Mut vorgeworfen. Die italienische Regierung kommentierte, weiterhin ein „verlässlicher Verbündeter der Vereinigten Staaten“ zu bleiben. „(...) Bis heute hielt Präsident Trump Giorgia Meloni für eine mutige Person. Damit lag er nicht falsch, denn sie ist eine Frau, die niemals darauf verzichtet, zu sagen, was sie denkt“, sagte Italiens Vizepremier und Außenminister Antonio Tajani. „Wir sind es gewohnt zu sagen, was wir denken, denn das tun ernsthafte Menschen.“

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Meloni ist eine Frau, die niemals darauf verzichtet, zu sagen, was sie denkt. Das tun ernsthafte Menschen.

Italiens Außenminister Antonio Tajani reagiert auf Trumps Kritik

Worte über Papst sorgen für Verstimmung
Eine weitere Ursache für die angespannte Beziehung zwischen Trump und Meloni ist ein Bild, das Trump als Jesus zeigt, und das der Republikaner am Sonntag auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichte. „Es sollte mich als Arzt darstellen, der Menschen gesund macht“, verteidigte der US-Präsident die Aktion. Zuvor hatte der Papst im Iran-Krieg, den die USA gemeinsam mit Israel führen, Frieden eingefordert. Meloni kritisierte Trump für das Veröffentlichen des Bildes.

„Wenn jemand glauben sollte, dass die Ministerpräsidentin Italiens jemals direkte Angriffe auf den Heiligen Vater als akzeptabel ansehen könnte, dann kennt er Italien nicht und versteht auch nicht, was das Verhältnis zwischen Italien und dem Papst bedeutet“, sagte jetzt Senatspräsident Ignazio La Russa dazu. „Präsident Trump hat seine eigene Einschätzung; wir werden weiterhin Freunde der USA in allen Fragen bleiben, in denen wir übereinstimmen. Wenn wir nicht einverstanden sind, haben wir jedoch die Pflicht, das zu sagen“, sagte der Vertraute Melonis weiter.

Auch Kritik an Israel
Melonis rechtsgerichtete Regierung zählte bisher auch zu Israels engsten Verbündeten in Europa, kritisierte aber in den vergangenen Wochen die israelischen Angriffe auf den Libanon. Seit Anfang März greift das israelische Militär die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz an. Tausende Menschen wurden getötet, ungefähr eine Million aus dem Südlibanon vertrieben. Von dem israelischen Beschuss waren auch italienische Streitkräfte betroffen, die im Rahmen eines UNO-Mandats dort stationiert sind. In diesem Zusammenhang hat Italiens Regierung jetzt ein Verteidigungsabkommen mit Israel ausgesetzt, das den Austausch von militärischer Ausrüstung sowie technologischer Erkenntnisse vorsah.

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