Israels Regierung:

„Diskutieren keine Waffenruhe mit dem Libanon“

Außenpolitik
14.04.2026 14:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am heutigen Dienstagnachmittag kommen Gesandte aus Israel und dem Libanon zu Gesprächen in Washington zusammen. US-Präsident Donald Trump dringt auf ein Ende der wochenlangen Kämpfe, die die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran zu gefährden drohen. Die Vorstellungen gehen jedoch weit auseinander.

Für den Libanon stehen die Verkündung einer Waffenruhe sowie die Fixierung von bilateralen Verhandlungen im Mittelpunkt. Eine Feuerpause sei das einzige inhaltliche Thema, über das verhandelt werden dürfe, sagte Kulturminister Ghassan Salameh. Diese sei Voraussetzung für ein umfassenderes Abkommen.

Israels Regierung lehnt das aber ab. Eine Waffenruhe werde nicht diskutiert, sagte Regierungssprecherin Shosh Bedrosian am Montag. Es gehe um die Entwaffnung der Hisbollah-Miliz und den Aufbau friedlicher Beziehungen. Laut einem Insider fordert Israel zudem, dass Beirut Hisbollah-Minister aus der Regierung entlässt. Ob Israel zu einem Rückzug aus dem Libanon bereit ist, wo die Armee eine Pufferzone gegen die Hisbollah errichten will, wurde offen gelassen.

An dem Treffen um 17 Uhr (MESZ) nehmen der israelische Botschafter in den USA, Yechiel Leiter, und seine libanesische Amtskollegin Nada Hamadeh Moawad teil. Von US-Seite werden Außenminister Marco Rubio, der US-Botschafter im Libanon, Michel Issa, sowie der Berater des Außenministeriums, Michael Needham, erwartet.

Israels Regierung will über friedliche Beziehungen, nicht aber über eine Waffenruhe sprechen.
Israels Regierung will über friedliche Beziehungen, nicht aber über eine Waffenruhe sprechen.(Bild: AFP)
Libanons Präsident Joseph Aoun
Libanons Präsident Joseph Aoun(Bild: APA/Associated Press)
Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu
Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu(Bild: AFP/RONEN ZVULUN)

Streit wegen Hisbollah
Die aktuelle Eskalation hat am 2. März begonnen, als die Hisbollah drei Tage nach Beginn des US-israelischen Kriegs gegen den Iran Raketen auf Israel abfeuerte. Israels Armee reagierte mit massiven Luftangriffen und weitete eine Bodenoffensive im Südlibanon aus. Hunderttausende Libanesinnen und Libanesen wurden aufgefordert, zu fliehen. Bei den israelischen Attacken kamen mehr als 2000 Menschen ums Leben. Auf israelischer Seite starben zwei Zivilpersonen und 13 Streitkräfte.

Bereits eine Woche nach Ausbruch der Kämpfe hatte der libanesische Präsident Joseph Aoun direkte Verhandlungen mit Israel angeboten und eine Normalisierung der Beziehungen in Aussicht gestellt. Israels Regierung wies dies aber zurück, da der Libanon aus Angst vor einem Bürgerkrieg nicht gegen die Hisbollah vorgehe. Nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran änderte Jerusalem die Haltung.

Formell im Kriegszustand
Israel und der Libanon unterhalten keine formellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich seit der israelischen Staatsgründung 1948 formell im Kriegszustand. Israel hielt den Südlibanon von 1982 bis 2000 besetzt. In jüngerer Vergangenheit gab es jedoch Annäherungen. Im Dezember 2025 führten die beiden Regierungen indirekte Gespräche, um das Abkommen zur Beendigung der Kämpfe von 2024 zu festigen.

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