Fragwürdige Erklärung

Trump zu Jesus-Bild: „Zeigt mich als Arzt“

Außenpolitik
13.04.2026 19:16

Am Sonntagabend war auf Trumps Profil auf der Plattform Truth Social ein Bild veröffentlicht worden, das ihn als Jesus zeigt – kurz nach einem Disput mit Papst Leo XIV. Das sorgte für scharfe Kritik. Mit einer fragwürdigen Erklärung versucht der US-Präsident jetzt, die negativen Reaktionen zu relativieren.

US-Präsident Donald Trump hat versucht, die massive Kritik an seinem Selbstbildnis als Jesus herunterzuspielen. Nach Vorwürfen der Gotteslästerung hat Trump ein Bild in Online-Netzwerken löschen lassen, das ihn als Jesus Christus zeigt. Das am Sonntag auf Trumps Plattform Truth Social veröffentlichte und mit Künstlicher Intelligenz (KI) erzeugte Bild zeigte Trump, der einem Kranken die Hand auflegt, während Licht aus seinen Händen strahlt. Trump erklärte, er habe das Bild selbst veröffentlicht.

„Zeigt mich als Arzt, der Menschen gesund macht“
Trump bestritt vehement, dass die Darstellung an Jesus Christus erinnern sollte, obwohl es klassische Elemente christlicher Bildgestaltung enthielt. So war auch dem Bild etwa die Heilung des Kranken zu sehen, das wallende weiße Gewand mit rotem Umhang, das Trump auf dem KI-Foto trug, sowie der Lichterkranz um seinen Kopf. „Es sollte mich als Arzt darstellen, der Menschen gesund macht“, behauptete Trump. Denn er mache „Menschen sehr viel gesünder“. Das Bild habe ihn an das Rote Kreuz erinnert.

KI-Bild sorgte für scharfe Kritik
Gegen das Selbstbildnis hatte sich in sozialen Medien massive Kritik formiert. Kritiker warfen dem Präsidenten Blasphemie und einen ausgeprägten Narzissmus vor. „Ich weiß nicht, ob der Präsident dachte, er sei witzig, oder ob er unter dem Einfluss irgendeiner Droge steht, oder welche mögliche Erklärung er für diese ungeheuerliche Blasphemie haben könnte“, schrieb etwa die Trump-nahe Podcasterin und Kommentatorin Megan Basham auf X. Zahlreiche weitere Nutzer riefen den Präsidenten auf, das Bild zu löschen.

Fotomontage spielt auch auf Iran-Krieg an
Das Weiße Haus hatte bereits in der Vergangenheit zahlreiche KI-generierte Bilder Trumps verbreitet. Darunter war eines, das ihn als Papst zeigt. Das mittlerweile gelöschte Bild spielte ebenfalls auf den Iran-Krieg an. Im Lichtschein von Trumps Kopf waren Kampfflugzeuge, eine riesige US-Flagge und Adler zu sehen, als Symbol der Stärke der Vereinigten Staaten.

Papst ließ sich von Trump nicht einschüchtern
Papst Leo XIV. hatte nach massiver Kritik von Trump deutlich gemacht, dass er sich vom US-Präsidenten nicht einschüchtern lassen will. „Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung“, sagte er. Zuvor hatte ihm der US-Präsident vorgeworfen, eine „schreckliche“ Außenpolitik zu betreiben. Offensichtlich hatte sich Leo mit seinen wiederholten Appellen für ein Ende der aktuellen Kriege den Zorn des Weißen Hauses zugezogen.

Harte Worte auch von Meloni
Auch die italienische Regierungschefin Meloni, die eigentlich als Trump-Verbündete gilt, schoss scharf gegen den Präsidenten: „Ich halte die Worte von Präsident Trump gegenüber dem Heiligen Vater für inakzeptabel. Der Papst ist das Oberhaupt der katholischen Kirche, und es ist richtig und selbstverständlich, dass er den Frieden anmahnt und jede Form von Krieg verurteilt“, reagierte Meloni laut Medienangaben auf die Worte des US-Präsidenten.

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