Sa, 17. November 2018

„Nowitschok-Zauber“

29.05.2018 07:40

Russen verhöhnen Giftopfer mit Vorher-Nachher-Foto

Auch wenn man so seine Zweifel an der britischen Version des Giftanschlags auf Julia Skripal und ihren Vater Sergej hat, in den sozialen Medien wird derzeit eine fiktive Werbeanzeige mit der 33-Jährigen verbreitet, die an Geschmacklosigkeit wohl kaum zu überbieten ist. Die Anzeige ist einer Gesichtscreme-Werbung nachempfunden und zeigt die Russin vor dem Anschlag und danach. Die Bilder werden mit folgenden Worten kommentiert: „Glauben Sie es einfach! Der Zauber von Nowitschok.“ Nowitschok ist jenes Gift, mit dem der 66-jährige Ex-Doppelagent und seine Tochter Anfang März in der englischen Kleinstadt Salisbury in Kontakt gerieten und beinahe gestorben wären. Die britische und mehrere andere westliche Regierungen machen Russland für das Attentat verantwortlich.

Erst am Dienstag erklärte einer der behandelnden Ärzte auf der Intensivstation des Krankenhauses von Salisbury gegenüber der BBC, es grenze fast an ein Wunder, dass die beiden die Vergiftung überlebt haben. Zwar sollten alle Therapiemöglichkeiten versucht und die bestmögliche Betreuung gewährleistet werden, „aber alle Anzeichen, die es gab, deuteten darauf hin, dass sie nicht überleben würden“, sagte Stephen Jukes.

„Gegengift, das Wunder wirkt“
Doch prorussische Kommentatoren wollen an diese dramatische Darstellung nicht glauben. So schreibt der Politikwissenschaftler Maxim Suchkow auf Twitter: „Diese Nowitschok-Sache hat entweder fantastische jugendliche Eigenschaften oder Großbritannien hat ein Gegengift, das Wunder wirkt. Julia Skripal vor und nach der angeblichen Vergiftung.“

Die Anspielung darauf, dass Julia Skripal nun jünger und schlanker aussieht, findet der Russland-Korrespondent des britischen „Daily Telegraph“, Alec Luhn, nicht nur geschmacklos, sondern auch wenig akkurat. Er schreibt auf Twitter: „Vergesst den Umstand, dass Julia Skripal vor ihrer Vergiftung viel Gewicht verloren hatte, und vergesst das Loch in ihrem Hals.“

Tatsächlich sieht man auf den Bildern, die von ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach der Vergiftung entstanden sind, dass die Russin intubiert wurde. Bei einer Intubation wird eine Hohlsonde aus Kunststoff durch Nase, Mund oder eben einen chirurgischen Schnitt im Hals in die Luftröhre eingeführt. Dadurch kann eine künstliche Beatmung ohne Eindringen von Sekreten in die Atmungsorgane sichergestellt werden.

Gabor Agardi
Gabor Agardi

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