Fast Food für Trump

US-Präsident: Iran hat angerufen, „wollen Deal“

Außenpolitik
13.04.2026 20:02
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach den vorerst gescheiterten diplomatischen Verhandlungen zwischen Washington und Teheran haben sich die Iraner nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump bei den USA gemeldet. „Ich kann Ihnen sagen, dass wir von der anderen Seite angerufen wurden“, sagte Trump am Montag in Washington. „Sie wollen einen Deal machen“ – und zwar unbedingt.

Die direkten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran waren Sonntagfrüh ohne Einigung zu Ende gegangen. In Pakistan, Schauplatz der Verhandlungen am Wochenende, mehrten sich zuletzt wieder Gerüchte über neue Gespräche zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten.

Iran sieht „Akt der Piratierie“
„Die Diplomatie ist noch nicht tot“, sagte ein pakistanischer Regierungsbeamter. Wo und wann die Gespräche weitergehen könnten, sei jedoch noch unklar. Zu Trumps Äußerung gegenüber Journalisten, dass der Iran einen Deal wolle, gab es keinerlei Bestätigung oder öffentliche Stellungnahmen aus Teheran. Zur US-Blockade selbst hieß es, man werde darauf reagieren, denn dies sei „ein Akt der Piraterie“ und ein „Bluff Trumps“.

Wieder ein „TACO“-Sager?
Trump hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach angekündigt, dass der Iran „einen Deal wolle“ – angeblich als Reaktion auf die verstärkte Militärpräsenz der USA in der Region. Allerdings hatte es kurz darauf immer wieder Dementi aus Teheran gegeben. Auch ein angedrohtes Ultimatum hatte der US-Präsident kurz vor dem Ende wieder aufgehoben. Derartige Ausbrüche brachten dem 79-Jährigen inzwischen den Spitznamen „TACO-Mann“ ein. Die Abkürzung steht für „Trump Always Chickens Out“, auf Deutsch: „Trump kneift immer.“ Ob dahinter eine Strategie steckt oder der US-Präsident einfach schlichtweg den Überblick verloren hat – darüber rätseln selbst Experten. 

Donald Trump lässt sich McDonalds-Essen liefern und verkündet, dass der Iran einen Deal machen ...
Donald Trump lässt sich McDonalds-Essen liefern und verkündet, dass der Iran einen Deal machen will. Aus Teheran gibt es dazu keine Stellungnahme ...(Bild: EPA/SALWAN GEORGES / POOL)

Trump lässt sich McDonalds-Sackerl liefern
Trump hatte sich am Montag öffentlichkeitswirksam McDonalds-Essen ins Oval Office liefern lassen und dabei eine Stellungnahme gegenüber Reportern abgegeben. Zuvor hatte die US-Blockade der Straße von Hormuz begonnen. Schiffe, die dem Iran Maut gezahlt hatten, sollten an der Durchfahrt gehindert werden. 

Fast Food für den schwer arbeitenden Präsidenten: Burger und Pommes im Oval Office.
Fast Food für den schwer arbeitenden Präsidenten: Burger und Pommes im Oval Office.(Bild: AP/Alex Brandon)
(Bild: AP/Alex Brandon)
(Bild: AP/Alex Brandon)
(Bild: EPA/SALWAN GEORGES / POOL)
(Bild: AP/Alex Brandon)
(Bild: EPA/SALWAN GEORGES / POOL)

Trump will damit den Druck auf den Iran erhöhen, einer Waffenruhe zuzustimmen. Das „Wall Street Journal“ berichtet unter Berufung auf einen hochrangigen US-Beamten, dass mehr als 15 US-Kriegsschiffe bereit seien, den Einsatz zu unterstützen. Laut Vertretern des Militärs hätten die USA einen Flugzeugträger, mehrere Lenkwaffenzerstörer, ein amphibisches Angriffsschiff sowie weitere Kriegsschiffe im Nahen Osten, schreibt die Zeitung.

Handelsschiffe sollen festgehalten werden
Einige der Schiffe seien dazu in der Lage, Handelsschiffe in bestimmte Gebiete zu eskortieren, um sie dort festzuhalten. Das Blatt zitiert einen ehemaligen hochrangigen Soldaten der US-Marine mit der Einschätzung, dass die Kriegsschiffe wahrscheinlich außerhalb der Straße von Hormuz eingesetzt würden, um eine Bedrohung durch den Iran zu vermeiden.

Die Karte zeigt die Blockade der Straße von Hormuz seit Anfang März durch Iran. Es werden vom Iran bestimmte Routen, derzeitige Routen und ein Risikogebiet laut Iran dargestellt. Die USA kündigen ebenfalls eine Blockade an. Quelle: ISW.

Der Iran ist einer der größten Ölproduzenten der Welt. Entsprechend ist die Straße von Hormuz für das Land enorm wichtig, um seine Ölexporte an die internationalen Märkte zu bringen.

Seit Kriegsbeginn am 28. Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran hatte dieser die weltweit für den Öltransport wichtige Meerenge vor seiner Küste blockiert. Die Durchfahrt von Tankern kam quasi zum Erliegen. Weltweit schossen Energiepreise nach oben, was auch Trump unter Druck setzte. Am Mittwoch vergangener Woche hatten sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Trump knüpfte das auch an die Öffnung der Meerenge.

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