Wirkt die Drohgebärde?

Flotte vor Ort: Jetzt will Iran laut Trump „Deal“

Außenpolitik
27.01.2026 08:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Regime in Teheran ist nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump an einer diplomatischen Lösung der Spannungen mit den USA interessiert. Die Lage mit dem Iran sei „im Fluss“, weil die US-Regierung eine große Kriegsflotte in die Region entsandt habe, sagte Trump in einem Interview. 

„Wir haben eine große Armada neben dem Iran. Größer als vor Venezuela“, sagte Trump dem US-Nachrichtenportal „Axios“. Er glaube aber, dass Teheran ein Abkommen schließen wolle. „Sie wollen einen Deal machen. Das weiß ich. Sie haben mehrfach angerufen. Sie wollen reden“, fügte der US-Präsident hinzu.

Eine Flotte von Kriegsschiffen samt dem Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ ist wie berichtet in der Region angekommen. Trump hatte ein militärisches Eingreifen seines Landes im Iran wegen der Tötung Tausender Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten in der Islamischen Republik zuletzt nicht ausgeschlossen.

Mehr als 5000 tote Demonstranten bestätigt
Bisher konnte das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA 6126 Todesopfer verifizieren, 5777 davon seien Protestierende. Zusätzlich prüft HRANA nach eigenen Angaben 17.091 weitere mutmaßliche Fälle. Zudem sollen 11.009 weitere Menschen schwer verletzt worden sein. Nach Angaben der Aktivisten haben Sicherheitskräfte 41.880 Menschen festgenommen. Alle Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Zuletzt wurde berichtet, dass bis zu 30.000 Menschen bei den Demonstrationen Anfang Jänner getötet worden sein könnten.

Gegenseitige Drohungen
In einem Interview mit dem Nachrichtenportal „Politico“ hatte sich Trump kürzlich für einen Regierungswechsel im Iran ausgesprochen: „Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen.“ Irans oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei hatte Trump zuvor für die Proteste verantwortlich gemacht und als „Verbrecher“ bezeichnet. Amerika müsse zur Verantwortung gezogen werden. 

Irans Präsident Massoud Pezeshkian erklärte, jede Aggression gegen Khamenei wäre gleichbedeutend mit einem umfassenden Krieg gegen die iranische Nation. Das US-Außenministerium warnte daraufhin den Iran vor Angriffen auf US-Stützpunkte und kündigte für diesen Fall eine entschlossene Reaktion an.

Iran: Schiffe sind „leicht erreichbare Ziele“
„Ich würde es vorziehen, wenn nichts passiert, aber wir beobachten sie sehr genau“, sagte Trump über den Iran. Eine Reaktion aus dem Iran folgte prompt. „Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran beobachten die Bewegungen der Feinde“, sagte ein hochrangiger Militärvertreter im zentralen Einsatzkommando dem staatlichen Rundfunk. Die Anwesenheit „fremder Kräfte“ im maritimen Umfeld verwandle sie in „leicht erreichbare Ziele“, hieß es weiter.

Ayatollah Ali Khamenei, oberster Führer im Iran, lässt seine Landsleute niederschießen und droht ...
Ayatollah Ali Khamenei, oberster Führer im Iran, lässt seine Landsleute niederschießen und droht den Vereinigten Staaten.(Bild: AP/AP ( via APA) Austria Presse Agentur)

Enorme US-Schlagkraft im Umfeld des Iran
Ob Teheran der enormen Schlagkraft der USA im Ernstfall wirklich etwas entgegensetzen könnte, ist fraglich. Den Flugzeugträger begleiten drei Zerstörer, die Tomahawk-Marschflugkörper abfeuern könnten, berichtet das „Wall Street Journal“. Zudem verfügten die USA über zusätzliche Kampfflugzeuge vom Typ F-35C und F-18 sowie über EA-18 Growler-Flugzeuge für die elektronische Kriegsführung.

Ferner haben die USA laut dem Bericht zwei weitere Zerstörer in der Nähe der Straße von Hormus stationiert, drei weitere Kampfschiffe sind im Persischen Golf im Einsatz. Überdies hätten die USA F-15E-Kampfflugzeuge auf einem Stützpunkt in Jordanien und verlegten Luftabwehrsysteme in die Region, um US-Einrichtungen und Partner vor möglichen iranischen Gegenangriffen.

Damit hat Trump zusätzliche Offensiv- und Defensivmöglichkeiten für den Fall, dass er sich für einen Angriff auf den Iran entscheiden sollte. Nach Informationen von „Axios“ hat er bisher noch keine Entscheidung zum weiteren Vorgehen getroffen. Trump werde wahrscheinlich diese Woche weitere Konsultationen abhalten und von seinen Sicherheitsberatern zusätzliche militärische Optionen vorgelegt bekommen.

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