Vermisste hinter Mauer

Rosenkranz in Hand: Neue Details zum Leichenfund

Niederösterreich
03.06.2026 17:18

Krimi um die verweste Leiche einer 99-Jährigen in einem Haus in Münchendorf (NÖ): Der rätselhafte Fall beschäftigt jetzt die Mordermittler – es besteht der Verdacht des Sozialleistungsbetruges.

Der Schock-Fund in der rund 3000 Einwohner zählenden Gemeinde im südlichen Niederösterreich sorgt für Aufregung. Bereits am 28. Mai wurde die stark verweste Leiche einer 99-jährigen Frau, die in wenigen Wochen ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte, aus einer Hauswand geborgen. Vermutlich lag sie dort schon seit Jahren, möglicherweise bis zu einem Jahrzehnt.

Gerüchteküche brodelt
In der beschaulichen Gemeinde im Speckgürtel von Wien ist man bestürzt, die Gerüchteküche brodelt. Man habe die Dame, die hier ihren Zweitwohnsitz hatte, gekannt, aber schon lange nicht mehr gesehen, meint ein Nachbar. Gelegentlich sei der Sohn aufgetaucht, um Arbeiten beim Haus zu verrichten. In der Gemeinde sei er ein unbeschriebenes Blatt.

In diesem Haus fanden die Ermittler die mumifizierte Leiche.
In diesem Haus fanden die Ermittler die mumifizierte Leiche.(Bild: Martina Münzer)

Tote soll Rosenkranz gehalten haben
Ins Rollen kam die Sache durch eine Vermisstenanzeige von Angehörigen. Nachdem die Feuerwehr die Haustür aufgebrochen hatte, nahmen Leichenspürhunde sofort die Fährte auf. In einer Hauswand am Abgang zum Keller machten die Ermittler dann die furchtbare Entdeckung.

Hinter dem Mauerwerk lag die stark verweste Leiche der Vermissten. Sie soll sogar einen Rosenkranz gehalten haben, so die Gerüchteküche. Auch wenn es keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen nach der gerichtsmedizinischen Obduktion gibt, wollen die Mordermittler des Landeskriminalamtes Niederösterreich dringend mit dem Sohn der Toten reden. Er soll sich schon seit Längerem im Ausland aufhalten – und bei seiner Rückkehr als wichtiger Zeuge Licht in den rätselhaften Fall bringen.

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Wir sind alle tief erschüttert. Es wird sehr viel auf den Stammtischen erzählt. Ich sage dann, woher wollt’ ihr das wissen.

Mario, Angestellter im Dorfgasthaus

Pension floss weiter
Laut „Krone“-Infos liegen derzeit keine Anhaltspunkte für Fremdverschulden vor. Warum die gebürtige Österreicherin trotzdem eingemauert wurde und wer dafür verantwortlich ist, dazu wird auf Hochtouren ermittelt. Derzeit deute einiges auf einen möglichen Sozialleistungsbetrug bzw. Störung der Totenruhe hin. Denn die Pension floss offenbar weiter.

Grusel-Fund im Gasthaus
Der Grusel-Fund erinnert an einen weiteren Krimi vor wenigen Tagen in Salzburg. Wie berichtet, waren in einem verfallenen Gasthaus zwei ebenfalls verweste Leichen gefunden worden.

Auch in Salzburg-Parsch wurden zwei Leichen entdeckt.
Auch in Salzburg-Parsch wurden zwei Leichen entdeckt.(Bild: Markus Tschepp)

Über dem einst beliebten Braugasthof scheint ein Fluch zu liegen. Denn schon vor mehr als zwei Jahren war in dem oft von Obdachlosen als Schlafquartier genutzten Gebäude ein Feuer ausgebrochen, bei dem mehrere Personen verletzt worden sind.

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