„Krone“-Kommentar

Die Ungarn haben heute für ihre Freiheit gekämpft

Kolumnen
12.04.2026 19:28

Rekordwahlbeteiligung bei dem Referendum über das System Orbán. Da war wieder der alte ungarische Heldenmut erwacht, wenn es um Freiheit und Demokratie geht – so wie 1848 gegen die Habsburger und 1956 gegen die Russen. Zugegeben: Diese Revolutionen waren nicht erfolgreich, aber auch gescheiterte Revolutionen verfehlen später nicht ihre Wirkung.

Die Ungarn kämpften heute an den Wahlurnen gegen die Betonmauer das Wahlsystem, in welchem Stimmen für Orbán (am Land) mehr Gewicht haben als jene (in den Städten) für die Opposition. Ungarn ist tief gespalten in zwei Welten zwischen Stadt – Land, Alt – Jung, und die Emotionen gehen so hoch, dass es an ein Wunder grenzt, wie gewaltlos der Wahlkampf verlaufen ist.

Der heutige Wahltag stand im Zeichen der „Generation Z“, der Generation nach dem Kommunismus, die zusehen musste, wie Ungarn der Reihe nach von ehemaligen Bruderstaaten des sowjetischen Machtbereichs überholt wurde.

Es wird noch einige Mühe kosten, das System Orbán zu brechen. Der Verlust demokratischer Freiheit war einfacher als deren Wiederherstellung. Das Regime Orbáns hatte die Kontrollmechanismen der Demokratie schleichend ausgehebelt – sozusagen eine Machterschleichung statt Machtergreifung. Dieses System wird seine Privilegien mit Zähnen und Klauen verteidigen. Jedenfalls war der heutige Tag ein Meilenstein in Ungarns Geschichte.

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