Ein spektakulärer Red-Bull-Diebstahl in Vorarlberg führte zu einer erneuten Gerichtsverhandlung. Am Landesgericht Feldkirch mussten sich am Freitag zwei weitere Täter verantworten: Sie plünderten ein Lager.
Nachdem der Hauptangeklagte sowie dessen Lebensgefährtin im September verurteilt worden waren, standen jetzt zwei weitere mutmaßliche Bandenmitglieder vor Gericht – und beteuerten ihre Unschuld. Alles begann im Jänner 2025: Trotz Kündigung behielt der türkischstämmige Täter seinen Zutrittschip zu einem Red-Bull-Lager in Mäder.
Über Wochen soll er gemeinsam mit anderen 670.000 Dosen Red Bull im Gesamtwert von mehr als einer halben Million Euro abtransportiert haben. Die Mitangeklagten – 39 und 35 Jahre alt – behaupten jedoch, sie seien getäuscht worden. Sie hätten geglaubt, es handle sich um Ausschussware.
Gewerbsmäßiger schwerer Diebstahl
Der 39-Jährige will „aus Gutmütigkeit“ geholfen haben, nachdem sich der Täter in seinem ehemaligen Kebab-Lokal mit ihm angefreundet hatte. Auch der Zweitangeklagte gibt sich als hilfsbereit: Er helfe gerne und hinterfrage „oftmals nicht“. Das Gericht sieht das anders. Die Vorsitzende Richterin Kathrin Feurle spricht Klartext: schuldig – und zwar wegen gewerbsmäßigen schweren Diebstahls. Das Urteil: 24 Monate Haft für den Erstangeklagten, 18 Monate für den Zweitangeklagten, davon zwölf bedingt. Dabei wären bis zu zehn beziehungsweise fünf Jahre möglich gewesen.
Die Richterin zerlegt die Verteidigung: Die Geschichte von der Ausschussware sei unglaubwürdig – nie zuvor erwähnt, dazu „wesentlich zu hohe“ Mengen. Nächtliche Transporte, ein eigens angemieteter Lkw und viel Bargeld sprechen eine andere Sprache. Auch die Darstellung des Zweitangeklagten sei „absolut lebensfremd“. Mildernd wertet das Gericht deren bisherige Unbescholtenheit und dass die Taten teilweise beim Versuch geblieben sind. Erschwerend: Wiederholung und enorme Schadenshöhe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ein weiterer Mittäter ist nach wie vor auf der Flucht.
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