Viele wandern aus

Ungarns Jugend wählt vor allem die Opposition

Außenpolitik
09.04.2026 12:29
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am kommenden Sonntag wird in Ungarn das Parlament gewählt. Für Ministerpräsident Viktor Orbán sieht es laut aktuellen Umfragen nicht gut aus. Die meisten sehen die Partei von Herausforderer Péter Magyar vor Orbáns Fidesz-Partei. Eine der wichtigsten Gruppen, die die Opposition unterstützt, ist die Jugend.

Péter Magyar versprach im Wahlkampf unter anderem, dafür zu sorgen, von der EU eingefrorene Gelder wieder freizubekommen, um mehr in Bildung und bezahlbaren Wohnraum zu investieren. Das Geld hält die Europäische Union unter anderem wegen der aus ihrer Sicht vorangetriebenen Aushöhlung demokratischer Werte zurück. Ungarn gehört zu den ärmsten Ländern der EU. Es gibt zu wenig bezahlbaren Wohnraum, hinzu kommen Probleme mit Korruption und ein vergleichsweise schwaches Bildungssystem.

Orbán, der bereits seit 16 Jahren Ministerpräsident ist, bemüht sich, die Jugend zu gewinnen. So hat er etwa die Einkommensteuer für unter 25-Jährige abgeschafft. Zudem subventioniert seine Regierung Immobilienkredite für Menschen, die zum ersten Mal Eigentum erwerben. Dennoch scheint der Regierungschef bei den Jungen nicht wirklich zu punkten. „Ich will nicht in einem Land leben, in dem Menschen die Fidesz-Partei wählen oder in der Mehrheit die Werte von Fidesz teilen“, sagte etwa die 18-jährige Tamara Pohly. Sie war Teil mehrerer Proteste von Studierenden, die seit Orbáns Wiederwahl im Jahr 2022 organisiert wurden.

Fehlende Perspektiven
Pohly erwägt auszuwandern, sollte der Ministerpräsident erneut gewählt werden. Seit dem Kriegsbeginn in der Ukraine, der das Land wirtschaftlich stark getroffen hat, ist die Zahl der Auswanderinnen und Auswanderer stark gestiegen. Darunter sind vor allem 20- bis 34-Jährige, die mit fehlenden Perspektiven argumentieren. „Unter jungen Menschen gilt die Fidesz als eine Gruppe mürrischer alter Männer, die korrupt und engstirnig sind“, sagte der 21-jährige Zsolt István Zöldi.

Doch es finden sich auch unter den jungen Menschen Unterstützerinnen und Unterstützer der Fidesz-Partei. Ungefähr acht Prozent der Personen zwischen 18 und 29 Jahren wollen laut Umfragen Orbáns Partei wählen. Gepunktet wird unter anderem mit traditionellen christlichen Werten, einer sehr migrationskritischen Politik, der Erfahrung des Regierungschefs und mit dessen Beziehungen zu anderen politischen Führern, wie etwa zu Russlands Machthaber Wladimir Putin. „Ein echter Ungar sollte nicht wegen einer bestimmten Regierung auswandern“, sagte der 18-jährige Gergő Farkasauf einer Kundgebung Orbáns.

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