Die „Neuen“ Carney Chukwuemeka und Paul Wanner über mögliche Duelle mit England und Deutschland und den speziellen Spirit im ÖFB-Nationalteam …
„Paul ist mein Bruder!“ Der Deutsch-Unterricht zeigt bei Charney Chukwuemeka bereits Ergebnisse. Und mit Paul ist natürlich Paul Wanner gemeint. Also jener Kumpel, mit dem zusammen er im März erstmals zum österreichischen Nationalteam gestoßen war.
Nicht immer jugendfrei
Den Großteil des restlichen Interviews absolvierte der 22-Jährige gestern zwar auf Englisch, ansonsten sprüht „Chuki“ aber vor Rot-Weiß-Rot. „Die Mentalität in dieser Mannschaft ist fantastisch. Wir marschieren gemeinsam, pushen uns gegenseitig Richtung Limit, um für Österreich Großes zu leisten.“ Das Verhältnis zu Wanner sticht noch heraus. „Wir sind richtig zusammengewachsen, seitdem wir beide für Österreich spielen, schreiben wir uns fast jeden Tag Nachrichten. Und er hilft mir beim Deutschlernen, auch wenn da viele nicht jugendfreie Wörter dabei sind.“ Wie würde Chukwuemeka ein WM-Duell mit seiner zweiten Heimat England gefallen? „Das wäre definitiv aufregend. Und eines ist auch klar: Ich würde dieses Spiel ganz besonders gerne gewinnen wollen.“
Das gilt – für ganz Österreich – natürlich noch mehr, falls das ÖFB-Team in der K.-o.-Phase auf die deutschen Nachbarn prallen sollte. Ein Gedankenspiel, das Wanner, dessen Papa Deutscher ist, ein breites Grinsen übers Gesicht huschen lässt. „Warum nicht? Das wäre doch richtig geil. Und es würde auch heißen, dass wir im Turnier weit kommen. Meine Familie würde auf jeden Fall geschlossen zu Österreich helfen.“ Sein Einstandlied im ÖFB-Team hat der 20-Jährige bereits hinter sich, die Wahl fiel auf „Love Yourself“ von Justin Bieber. „Ich war mit meinem Auftritt zufrieden, es gab fast Standing Ovations.“ Der Schmäh rennt also trotz Vollfokus auf die WM, trotz des hitzigen Kampfs um die elf Leiberl in der Startelf.
Morgen (20.45 Uhr) wartet in Wien der Test gegen Tunesien. „Eine super Gelegenheit für uns und die Fans, um noch mehr in den WM-Modus zu kommen“, sagt Wanner. Der mit PSV Eindhoven eine Super-Saison hingelegt hat, überlegen Meister wurde. Und durch die PSV-Zeit auch monatelang gelernt hat, wie man gegen tief stehende Gegner (wie wohl zum WM-Auftakt gegen Jordanien) zum Erfolg kommt. „Wir fahren sicher nicht zur WM, um nur dabei zu sein.“ Chukwuemeka bekam bei Dortmund zwar deutlich weniger Einsatzminuten, aber im ÖFB-Team hat er andere Karten. „Ich will jede Chance am Schopf packen, die sich bietet. Bei einer WM dabei zu sein, damit wird ein Kindheitstraum wahr.“
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