Als gebürtiger Wiener, gezeugt von gebürtigen Wienern, wurde mir das Raunzen mit den erhöhten Cholesterinwerten ins Genom geschrieben. Raunzen ist weniger Verbitterung, als vielmehr eine Mischung aus Wiener Schmäh und historischer Melancholie. Dennoch schrieb mir ein Leser: „Sie sind oft so negativ!“ Recht hat er. Heute also nur gute Nachrichten.
Die Paket-Steuer ist toll
Dass die Bundesregierung den Österreich-Aufschlag bei Lebensmitteln in Brüssel bekämpft, während sie mit der Paketabgabe von zwei Euro pro Stück einen solchen einführen will, zeigt, wie intellektuell flexibel sie ist. Finanziert soll damit die Halbierung der Mehrwertsteuer werden. Wenn ich also 3,5 Kilo Butter esse, habe ich jene zwei Euro gespart, die ich für das Paket aus der Internet-Apotheke mit dem rezeptfreien Antazidum gegen Sodbrennen brauche. Es gibt nur Gewinner.
Die Streaming-Abgabe ist großartig
Lebenszeit zu verschwenden, um anderen Menschen in einem viereckigen Empfangsgerät beim Leben zuzusehen, gehört höher besteuert. Wenn Babler sagt „Geben die großen Konzerne die Abgabe in Form von teureren Abos an die Kunden weiter? Nein. Die Abos wurden ja schon in der Vergangenheit laufend erhöht“, zeigt das, wie gut sich der Vizekanzler etwa in Netflix-Chef Ted Sarandos hineinversetzen kann. Bester Nebeneffekt nach der Kündigung aller Streaming-Dienste: Ich kann mir nirgendwo mehr die Babler-Doku ansehen.
Heute nur gute Nachrichten.
Klappt irgendwie nicht.
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