Wal hat sich gedreht

„Timmy“: Lebenszeichen trotz aussichtsloser Lage

Ausland
09.04.2026 09:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern kämpft der gestrandete Buckelwal „Timmy“ ums Überleben. Trotz schwerster Verletzungen und einer fast vollständigen Festsetzung im Schlick zeigt der Meeresriese noch Lebenszeichen. Millionen Menschen verfolgen die Tragödie – doch Rettung ist kaum möglich.

Die Freiwillige Feuerwehr dokumentierte nun unmittelbar den Kopf des Tieres, das einen fast melancholischen Ausdruck zeigt. Seit Tagen befeuchten die Helfer den Wal mit Wasser, um seine Haut feucht zu halten und weitere Schäden zu verhindern. Laut Umweltministerium lebt „Timmy“ noch, auch wenn eine Wasserfontäne am Morgen nicht zu sehen war.

Bewegung Richtung Freiheit
Die „Ostsee Zeitung“ berichtet, dass sich der Wal am Mittwoch zwei bis drei Meter vorwärts bewegt habe. Sein Maul sei nun leicht in Richtung Ausgang der Bucht gedreht – theoretisch der Weg ins offene Meer. Eine offizielle Bestätigung dieser Beobachtung liegt jedoch nicht vor. „Timmy“ steckt rund einen halben Meter tief im Schlick fest und kann nicht mehr aktiv gerettet werden. Die Polizei richtete ein Sperrgebiet von 500 Metern um das Tier ein.

Ostsee-Riese auf Sterbekurs – Millionen bangen mit „Timmy“
Ostsee-Riese auf Sterbekurs – Millionen bangen mit „Timmy“(Bild: APA/dpa/Jens Büttner)

Rettungsversuche wären Tierquälerei
Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) bestätigte, dass der Buckelwal kurz vor dem Tod steht. Alle Rettungsversuche wurden eingestellt, da das Tier durch weitere Maßnahmen nur unnötig leiden würde. Burkard Baschek, Direktor des Meeresmuseums in Stralsund, erklärte, die Erfolgsaussichten seien „dermaßen gering, dass weitere Versuche als absolute Tierquälerei gelten würden“.

Der 12,35 Meter lange und rund zwölf Tonnen schwere Wal hat bereits mehrfach innerhalb weniger Tage an der Ostseeküste strandend überlebt – ein weltweites Einzelfallereignis, wie die Internationale Walfangkommission (IWC) bestätigte. „Noch nie wurde beobachtet, dass ein Wal mehrfach strandet und weiterlebt“, so Umweltminister Till Backhaus (SPD).

Warum „Timmy“ nicht eingeschläfert wird
Eine aktive Tötung scheidet aus praktischen und ethischen Gründen aus. Sedierung oder Erschießen seien riskant und könnten das Tier leiden lassen, erklärte WDC-Expertin König. Selbst die drastische Methode, Sprengstoff einzusetzen, wurde ausgeschlossen, unter anderem wegen der zahlreichen Schaulustigen vor Ort. Stattdessen soll „Timmy“ auf natürliche Weise sterben.

Wal vor seinen letzten Stunden
Fachleute gehen davon aus, dass Timmy bereits im Sterben liegt. Sein Gewicht drückt die Organe zusammen, die Haut ist durch den Süßwasserkontakt und Verletzungen geschädigt, Pilze und Bakterien drohen, sich auszubreiten. Auch Reste eines Fischereinetzes aus dem Maul belasten den Wal weiterhin. Das genaue Ende kann innerhalb weniger Stunden oder noch bis zu drei Tage dauern.

Nach seinem Tod wird der Kadaver nach Stralsund transportiert und obduziert. Das Skelett könnte anschließend der Universität Rostock für Forschung und Lehre zur Verfügung gestellt werden, wie das Umweltministerium mitteilte.

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