Tragisches Warten

„Sehr bitter“: „Timmy“ kann nicht geborgen werden

Ausland
07.04.2026 19:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Seit fast einer Woche liegt der 12,35 Meter lange Buckelwal „Timmy“ vor der Ostsee-Insel Poel fest. Trotz intensiver Beobachtung und regelmäßiger Wasserzufuhr durch die Feuerwehr verschlechtert sich sein Zustand zunehmend. Experten raten inzwischen dringend davon ab, den Wal lebend zu bergen – damit schwinden die Überlebenschancen immer weiter.

Stephanie Groß vom Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung (ITAW) erklärte bei einer Pressekonferenz am Dienstag, dass eine Bergung mit Gurten oder Seilen die Haut des Wals abziehen könnte. Zudem sei der Wasserstand an der derzeitigen Stelle zu niedrig, was bereits zu möglichen Organschäden geführt haben könnte. Ein Versuch, „Timmy“ lebend zu bergen, würde daher höchstwahrscheinlich zusätzlichen Stress verursachen und seinen Tod beschleunigen.

Bergungskonzept steht – aber wird es noch versucht?
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus bestätigte, dass ein Bergungskonzept bereits fertiggestellt sei und nur noch abgestimmt werde. Die eigentliche Bergung würde einen Tag dauern, die Vorbereitung zwei Tage in Anspruch nehmen.

Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern und Dänemark stünden dafür bereit. Backhaus betonte: „Die Würde dieses Tieres werden wir sehr genau beobachten und beachten.“ Mit Blick auf die Frage, ob man das Tier erlösen könne, sagte Backhaus: „Die Option ist, das Tier in Ruhe zu lassen.“

Keine Chance auf Selbstbefreiung
Der Buckelwal liegt in einer Mulde aus sehr weichem Sediment, der Rücken ragt rund 40 Zentimeter aus dem Wasser. Der Wasserstand beträgt aktuell 1,40 Meter – zu niedrig, damit sich das Tier aus eigener Kraft freischwimmen könnte. „Wenn es sich aus eigener Kraft freischwimmen wollte, bräuchte es einen Wasserstand, der um etwa 60 Zentimeter höher ist als heute“, sagte Burkard Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums.

„Die Prognose gibt das nicht her für die nächsten vier Tage“, erkärte er weiter. Seit Mittwoch, als alle Rettungsversuche eingestellt wurden, wird „Timmy“ rund um die Uhr beobachtet und regelmäßig von der Feuerwehr mit Wasser versorgt. „Darüber hinaus ist die Gesamtkonstitution und Kraft schlichtweg nicht da.“ Die Situation sei für alle unbefriedigend und es sei nicht schön, das Tier dort draußen so zu sehen. „Das ist für uns alle sehr bitter.“

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