Neue Fotos zeigen Leid

Kritik an „Walflüsterer“, „Timmy“ stirbt qualvoll

Ausland
08.04.2026 13:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Kampf um „Timmy“ ist wohl verloren: Neue Drohnenfotos zeigen den schwer gezeichneten Buckelwal vor der Insel Poel – mit verletzter Haut und einer auffälligen Narbe, die vermutlich von einer Schiffsschraube stammt. Während die Bilder viele erschüttern, wird Kritik an „Walflüsterer“ Robert Marc Lehmann laut.

Bei einer Pressekonferenz wurden aktuelle Luftaufnahmen präsentiert, die den schlechten Zustand des Wals deutlich machen. Seine Haut ist stark angegriffen, zusätzlich ist eine markante Narbe zu erkennen. Seit fast einer Woche liegt das Tier nahezu regungslos an derselben Stelle in der Ostsee.

Experten sehen keine Rettungschance
Meeresbiologen und Veterinäre gehen übereinstimmend davon aus, dass „Timmy“ nicht mehr gerettet werden kann. Auch ein zuletzt diskutierter Einsatz eines Katamarans wurde nach eingehender Prüfung verworfen. Der Wal sei zu schwach für einen Transport, zudem würde seine geschädigte Haut den notwendigen Gurten nicht standhalten und könnte weiter aufreißen.

Kurzzeitig war die Hoffnung für den gestrandeten Wal groß, als sich dieser vor Timmendorf ...
Kurzzeitig war die Hoffnung für den gestrandeten Wal groß, als sich dieser vor Timmendorf befreien konnte, nun kann man nur noch qualvoll warten, bis sein Leben endet.(Bild: APA/dpa/Philip Dulian)
„Timmy“ geht es auch am Mittwochmorgen gesundheitlich unverändert schlecht.
„Timmy“ geht es auch am Mittwochmorgen gesundheitlich unverändert schlecht.(Bild: Freiwillige Feuerwehr Kirchdorf, Krone KREATIV)

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus bezeichnete das Tier als „schwerstkrank“. Man habe „alles unternommen“, um ihm zu helfen, sagte er – dennoch handle es sich um eine „einzigartige Tragödie“.

Einsatz des „Walflüsterers“ eher „hinderlich“
Kritische Töne gab es auch zur „Einmischung“ des sogenannten „Walflüsterers“. Laut Backhaus sei Robert Marc Lehmanns Auftreten bei den Rettungsbemühungen eher hinderlich gewesen. Auf Nachfrage erläutert er, dass die Arbeit des Biologen in der Lübecker Bucht die Rettung um etwa einen Dreivierteltag verzögert habe.

Auch aus eigener Kraft wird sich der Buckelwal nicht mehr befreien können. Laut dem Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek, fehlt es sowohl am nötigen Wasserstand als auch an der körperlichen Kraft des Tieres. Der Wal liegt in einer Mulde im weichen Sediment, Teile seines Rückens ragen bereits aus dem Wasser.

Ein Anstieg des Wasserpegels, der eine Befreiung ermöglichen könnte, ist laut Prognosen nicht in Sicht – im Gegenteil: Der Wasserstand dürfte in den kommenden Tagen sogar weiter sinken.

Beobachtung rund um die Uhr
Seitdem alle Rettungsversuche eingestellt wurden, wird „Timmy“ rund um die Uhr überwacht. Einsatzkräfte benetzen ihn regelmäßig mit Wasser, um sein Leiden zumindest etwas zu lindern. Der Wal lebt zwar noch, doch sein Zustand gilt als unverändert kritisch.

Plan für Bergung steht bereits
Für den Fall seines Todes gibt es bereits konkrete Pläne. Die Bergung des Kadavers ist laut Ministerium vorbereitet und soll innerhalb von rund drei Tagen umgesetzt werden – zwei Tage Vorbereitung, ein Tag Durchführung. Schiffe und Hebegeräte sollen dabei zum Einsatz kommen. Man werde dabei besonders auf die „Würde des Tieres“ achten, betonte Backhaus.

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