Schwerste Angriffe

„Grauenhaftes“ Blutbad trotz Waffenruhe im Libanon

Ausland
09.04.2026 06:35
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nur wenige Stunden nach der Verkündung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran erschüttert eine neue Gewaltwelle den Nahen Osten: Massive israelische Luftangriffe im Libanon haben nach offiziellen Angaben mehr als 180 Menschen das Leben gekostet und hunderte weitere verletzt – während die Hisbollah bereits Vergeltung ankündigt.

Am ersten Tag nach der Waffenruhe-Vereinbarung intensivierte die israelische Armee ihre Angriffe im Libanon deutlich. Mindestens 182 Menschen wurden getötet und 890 weitere verletzt, wie das libanesische Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen. Israel stellte klar, dass die Waffenruhe nicht für den Libanon gelte – eine Darstellung, die auch von US-Präsident Donald Trump bestätigt wurde.

Beirut unter Dauerbeschuss
Besonders schwer getroffen wurde die Hauptstadt Beirut. Dort kam es zu den heftigsten Angriffen seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz. Mehrere Viertel wurden zeitgleich bombardiert, auch während der Hauptverkehrszeit. Augenzeugen berichteten von Panik unter der Bevölkerung. In einem Stadtteil stürzte ein Wohngebäude nach einem Angriff teilweise ein.

Auch am Abend setzte Israel seine Luftangriffe fort, unter anderem in den südlichen Vororten Beiruts. Laut libanesischen Staatsmedien wurden mehrere dicht besiedelte Gebiete getroffen.

Libanon ruft Staatstrauer aus
Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam rief den Donnerstag zum nationalen Trauertag aus. Öffentliche Einrichtungen sollen geschlossen bleiben, Flaggen auf Halbmast gesetzt werden. Die Angriffe hätten sich gegen „Hunderte unschuldiger, wehrloser Zivilisten“ gerichtet, erklärte Salam. Zugleich kündigte er an, alle politischen und diplomatischen Mittel zu mobilisieren, um die Angriffe zu stoppen.

Hisbollah schlägt zurück
Die Hisbollah reagierte umgehend: In der Nacht auf Donnerstag sei der Kibbuz Manara im Norden Israels beschossen worden, teilte die Miliz mit. Die Angriffe würden so lange fortgesetzt, bis die „israelisch-amerikanische Aggression“ ende.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz sprach von einem landesweiten „Überraschungsangriff“ auf hunderte Hisbollah-Mitglieder. Es handle sich um den schwersten Schlag gegen die Miliz seit einer früheren Operation, bei der Kommunikationsgeräte von Hisbollah-Mitgliedern zur Explosion gebracht wurden.

Internationale Empörung wächst
International lösten die Angriffe scharfe Reaktionen aus. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verurteilte die israelischen Attacken „auf das Schärfste“ und forderte, die territoriale Integrität des Libanon zu wahren. In Telefonaten mit Trump und Irans Präsident Masoud Pezeshkian drängte er darauf, die Waffenruhe auch auf den Libanon auszuweiten.

Der UNO-Menschenrechtskommissar Volker Türk zeigte sich tief erschüttert. Das Ausmaß der Tötungen und Zerstörung sei „grauenhaft“, ein solches Blutbad kurz nach einer Waffenruhe „kaum zu fassen“.

Hilfsorganisationen schlagen Alarm
Auch internationale Hilfsorganisationen äußerten scharfe Kritik. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz sprach von „verheerendem Tod und Zerstörung“ in dicht besiedelten Gebieten. Vertreter von Ärzte ohne Grenzen bezeichneten die Angriffe als „völlig inakzeptabel“ und forderten ein sofortiges Ende der Gewalt gegen Zivilisten.

Racheschwur der Miliz
Die Hisbollah bekräftigte unterdessen ihren Racheschwur: Das Blut der Opfer werde „nicht umsonst vergossen“ worden sein. Man habe das Recht, auf die Angriffe zu reagieren und Widerstand zu leisten.

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