Pariser Katakomben

Größtes Knochenlabyrinth der Welt wieder geöffnet

Ausland
08.04.2026 13:38
Porträt von krone.at
Von krone.at

Millionen von Knochen, tief unter der Erde von Paris: Die Katakomben gelten als das größte unterirdische Grab der Welt. Rund ein halbes Jahr waren die Anlagen für Besucher geschlossen. Nun öffnen die Pforten nach einer Renovierung wieder – mit mehr Schutz für die Gebeine.

Stabilisiert und gesichert liegen sie an ihrem Platz: Knochen an Knochen, die Überreste von rund sechs Millionen Menschen. Nach rund halbjähriger Schließung sind die Pariser Katakomben wieder geöffnet – besser geschützt und mit neuen Details. Mithilfe neuer technischer Anlagen wie moderner Luftaufbereitungssysteme sollen die Katakomben auch in den kommenden Jahrhunderten erhalten bleiben.

Feuchte Gänge mit hoher Luftfeuchtigkeit
Der Ort sei fragil, wie die Museumsleiterin Isabelle Knafou sagte. Die seit 1809 öffentlich zugängliche Anlage stehe unter dauerhafter Belastung. In den feuchten Gängen mit rund 90 Prozent Luftfeuchtigkeit siedeln sich Mikroorganismen auf den Gebeinen an und greifen diese an. Zusätzlich verändern Kohlendioxid und Bakterien, die jährlich von bis zu 600.000 Besuchern eingebracht werden, das empfindliche Klima im Inneren der Anlage.

Gezielte Beleuchtung legt Strukturen frei, die bisher teilweise im Dunkeln lagen.
Gezielte Beleuchtung legt Strukturen frei, die bisher teilweise im Dunkeln lagen.(Bild: AFP/KENZO TRIBOUILLARD)
Die Anlage steht unter dauerhafter Belastung, da Touristen Bakterien und Kohlendioxid in die ...
Die Anlage steht unter dauerhafter Belastung, da Touristen Bakterien und Kohlendioxid in die Gänge bringen.(Bild: AFP/KENZO TRIBOUILLARD)
Rund 600.000 Besucher besuchen das außergwöhnliche Grab jedes Jahr.
Rund 600.000 Besucher besuchen das außergwöhnliche Grab jedes Jahr.(Bild: AFP/KENZO TRIBOUILLARD)
Neue technische Anlagen sowie moderne Luftbereitungssysteme sollen die Katakomben besser ...
Neue technische Anlagen sowie moderne Luftbereitungssysteme sollen die Katakomben besser schützen.(Bild: AFP/KENZO TRIBOUILLARD)

Gezielte Beleuchtung legt Strukturen frei, die bisher teilweise im Dunkeln lagen: die Tiefe der monumentalen Anordnung und das volle Ausmaß der aus Knochen errichteten Architektur. Schädel und Langknochen – vor allem Oberschenkel- und Schienbeine – wurden im 18. und 19. Jahrhundert systematisch zu Mauern geschichtet, die heute wie ein makabres Muster aus der Geschichte wirken.

Massengrab nach Seuchennotstand
Die Pariser Katakomben entstanden Ende des 18. Jahrhunderts während einer Gesundheitskrise. Überfüllte Friedhöfe mitten in der Stadt, in denen die Toten dicht an dicht lagen, galten als gesundheitliche Bedrohung für die Bevölkerung. Ab 1786 ließ die Stadt deshalb die Gebeine von rund sechs Millionen Menschen in stillgelegte Kalksteinbrüche im Süden von Paris verlegen – tief unter die Erde.

Was zunächst als reines Massengrab diente, wurde ab 1810 neu gestaltet: Schädel und Knochen wurden zu Wänden aufgeschichtet und mit Inschriften sowie philosophischen Zitaten ergänzt. Unter den unzähligen Toten sollen sich auch die Gebeine von Persönlichkeiten wie dem Dramatiker Molière und dem Dichter Jean de La Fontaine befinden.

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